PayPal, Apple und Google Pay oder doch per Kreditkarte oder Lastschrift? Eine vielfältige Auswahl von Bezahloptionen in deinem Online-Shop garantiert eine bessere Customer Experience und bindet Konsument:innen besser an deinen Shop. Nichtsdestotrotz kann für Erstbesucher:innen die mühsame Hinterlegung ihrer Kreditkartendaten oder die Integration ihrer sonst genutzten Zahlungsmittel ein lästiges und unnötiges Hindernis im Check-out-Prozess darstellen. Das Bezahlverfahren Click to Pay (C2P) verspricht hier Abhilfe zu schaffen und den Einkaufsprozess deiner Kund:innen zu vereinfachen und gleichzeitig ihre Sicherheit zu erhöhen. Wie das funktionieren soll und welche Vor- und Nachteile die Bezahlmethode mit sich bringt, haben wir uns angesehen.

Click to Pay: Was ist das Besondere?

Das Bezahlverfahren C2P ermöglicht Kund:innen mit nur einem Klick im Online-Handel zu bezahlen – ganz ohne ihre Karteninformationen noch einmal neu einzugeben. Möglich ist das durch die einmalige Hinterlegung der Zahlungsinformationen im sogenannten E-Wallet von C2P: Einmal angelegt, können Nutzer:innen die Bezahlmethode dann immer ohne eine separate Übermittlung der Karteninformationen verwenden. Denn die Übermittlung der Kartendaten erfolgt verschlüsselt und ist somit für den jeweiligen Online-Shop nicht einsehbar. Das soll dazu beitragen, den Online-Zahlungsvorgang zu vereinfachen und gleichzeitig die Sicherheit deiner Kund:innen mit Hinblick auf das Hinterlegen von sensiblen Daten, wie Kreditkarteninformationen, zu erhöhen.

Die Vorteile von C2P

Und damit wären wir auch schon direkt bei den Vorteilen der Bezahlmethode: Sie ist schneller und bequemer, da Kartendaten nicht bei jedem Einkauf in unterschiedlichen Online-Shops jedes Mal aufs Neue eingegeben werden müssen. Damit beschleunigt sich der Check-out-Prozess für Nutzer:innen erheblich und trägt somit dazu bei, deine Konversionsrate zu erhöhen bzw. Kaufabbrüche zu reduzieren. Gleichzeitig bietet die verschlüsselte Übertragung der Karteninformationen eine erhöhte Sicherheit für deine Kund:innen und damit auch eine verbesserte Kund:innenzufriedenheit. Im Falle eines Datendiebstahls bei Online-Händler:innen wäre man als Kund:in geschützt – schlicht deshalb, weil keine Kreditkartendaten vorliegen, die erbeutet werden könnten.

C2P bietet darüber hinaus weitere Funktionen an, die das Einkaufserlebnis deiner Kund:innen positiv beeinflussen: So besteht beispielsweise auch die Möglichkeit, in der E-Wallet bereits multiple Liefer- und Rechnungsadressen zu speichern und diese nicht bei jedem Einkauf neu zu definieren.

Click to Pay: Die Zukunft des Online-Bezahlens?

C2P verfolgt eine vielversprechende Mission – Volker Koppe (Head of Strategic Initiatives für Zentraleuropa) erklärt, dass man die browserbasierte Lösung zum Standard für die Kartenzahlung im Internet machen wolle. Doch gibt es auch viele Herausforderungen für die Bezahlmethode: kann sich C2P gegenüber PayPal behaupten und durchsetzen? Wie ist der Bekanntheitsgrad und in wie vielen Shops wird die Bezahlmethode bereits angeboten? Sicher ist, dass C2P den Bekanntheitsgrad steigern muss, um mit Big Playern wie PayPal mithalten zu können. Trotzdem ist das Konzept der bequemen und sicheren Bezahlmethode vielversprechend und gut dafür geeignet, Konversionsraten zu erhöhen und die Kund:innenzufriedenheit zu steigern. Es bleibt abzuwarten, ob und in welchem Umfang sich C2P bei Online-Händler:innen und Nutzer:innen etablieren kann.

Fazit:

C2P ist ein vielversprechendes Bezahlverfahren, das den Online-Zahlungsvorgang vereinfachen und die Sicherheit der Nutzer:innen erhöhen soll. Die Implementierung in deinen Online-Shop hängt wie so oft von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel der Zielgruppe, dem Produktangebot und auch deiner technischen Infrastruktur. Eine Überlegung ist die All-in-one Bezahlmethode aber allemal wert.

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Lange Zeit galt für viele Online-Händler:innen Amazon FBA als die Variante. Die Vorteile des Fulfillment-Services liegen auf der Hand: Man betreibt kein eigenes Warenlager und legt damit die Verwaltung der Logistik- und Versandprozesse in die Hände von Amazon. Doch besonders während der Lieferengpässe in der Pandemie verunsicherte die Volatilität von Amazon FBA viele Unternehmen und bewirkte mitunter ein Umdenken in der Branche. Auch heute lockt das Gegenmodell zu FBA, nämlich der „Fulfillment by Merchant“ Service (FBM), Händler:innen mit mehr Unabhängigkeit, Entscheidungsfreiheit und Kontrolle über die eigene Logistik. Welche Vor- und Nachteile diese Fullfilment-Option mit sich bringt und für wen ein Umstieg am meisten Sinn machen würde, haben wir uns genauer angesehen.

Von FBA zu FBM – worin liegt der Unterschied?

Ob Lagerbestand, Verpackung oder Versand – bei Amazon FBM obliegen die Verwaltung und Kontrolle über Logistik- und Versandprozesse weiterhin den Händler:innen und Unternehmen selbst. So ermöglicht Amazon FBM es dir als Online-Händler:in weiterhin, den eigenen Lagerbestand, die Lagerung und Kommissionierung, sowie den Verpackungs- und Versandprozess eigenständig zu organisieren. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn dein Unternehmen bereits über gefestigte Logistikprozesse verfügt und diese effizient umsetzt. Demnach kannst du Amazon dann einfach als zusätzlichen Vertriebskanal für eingehende Bestellungen nutzen, ohne etwas an deiner Struktur zu ändern oder unnötige Lagergebühren für FBA zu entrichten. In diesem Fall werden eingehende Bestellungen auf Amazon automatisiert an dein Unternehmen weitergeleitet und der weitere Ablauf erfolgt wie gewohnt. Doch welche weiteren Vorteile bietet Amazon FBM?

Die Vorteile

Amazon FBM bietet die Möglichkeit, die Auftragserfüllung an externe Logistikunternehmen auszulagern und damit die Abhängigkeit zu Amazon zu verringern. Das macht vor allem dann Sinn, wenn man mit besonders fragilen oder wertvollen Produkten handelt. Auch für die Lagerung und den Versand von übergroßen Produkten eignet sich diese Option besser, da mit Amazon FBA sonst hohe Lager- und Versandkosten für diese Produkte anfallen würden. Was auch nicht vergessen werden sollte: Amazon FBA erhebt Langzeitlagergebühren auf deine Waren. Das bedeutet, wenn du einen langsamen Verkaufszyklus betreibst, und deine Waren oder Produkte auf längere Zeit zwischenlagern musst, fallen Langzeitkosten in die Kalkulation, die wiederum bei Amazon FBM vermieden werden könnten.

Durch die Wahl eines externen Logistikunternehmens kann man auf die Zuteilung einer direkten und persönlichen Ansprechperson achten. Aufgrund der Größe Amazons gelangt man hier oft nur an Support-Hotlines mit längeren Wartezeiten oder an automatisierte Sprechanlagen. Stichwort Kund:innenservice: es stimmt natürlich, dass du durch die Auftragserfüllung und den Service, der bei Amazon FBM weiterhin bei dir und deinem Team liegt, einen Mehraufwand betreiben musst. Doch auf der anderen Seite sind du und dein Team dann die ersten Ansprechpersonen deiner Kund:innen. Das kann man nutzen und somit einen zufriedenen Kund:innenstamm pflegen. Denn bei Amazon FBA werden Anfragen automatisch und direkt an eine:n Amazon-Angestellten:in weitergeleitet. Dies könnte im Zweifelsfall aufgrund der fehlenden Expertise wiederum deinem Unternehmensruf schaden.

Zur eigenständigen Verwaltung deiner Bestellung gehört ebenso das Design deiner Verpackung und deines Brandings. Auch hier bist du mit FBM nicht dazu verpflichtet, das Verpackungsdesign von Amazon zu nutzen, kannst so deine Marke besser platzieren und ggf. sogar einen Wiedererkennungswert etablieren.

Letztlich bleibst du von etwaigen Änderungen der FBA-Anforderungen, wie beispielsweise der korrekten und einheitlichen Etikettierung deiner Waren oder Änderungen an den Versandauflagen, unberührt.

Die Nachteile

Als Unternehmen muss man sich die Frage stellen, ob das Amazon FBM System auf den eigenen Shop zugeschnitten ist oder nicht: Betreibst du etwa deinen Logistikprozess inhouse? Das bedeutet, dass zum Beispiel auch Rücksendungen eigenständig bearbeitet werden müssen. Das setzt in der Regel ein bereits funktionierendes Logistiksystem mit automatisierten Prozessen voraus. Auch hinsichtlich der Kosten muss man neben dem zusätzlichen Mehraufwand und personellen Ausgaben auch mit zusätzlichen Nebenkosten – beispielsweise für die Heizung oder Kühlung eines Lagers – rechnen.

Fazit

Wann macht Amazon FBM wirklich Sinn? Am Ende des Tages muss das jedes Unternehmen für sich selbst wissen. Um jedoch alle Vorteile von Amazon FBM nutzen zu können, sollte dein Unternehmen bereits über eine funktionierende Logistik und automatisierte Prozesse verfügen. Denn erst dann entfaltet sich die eigentliche große Wirkung von Amazon FBM – in Form eines zusätzlichen Vertriebskanals und damit der Erweiterung deines Kund:innenstamms.

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Wenn Hamburg im Mai vibriert, dann liegt das am OMR-Festival, dem Hotspot für digitales Know-how und Marketing-Glamour. Über 70.000 Besucher:innen pilgerten in die Hansestadt, angezogen von Weltstars wie Musikproduzent Rick Rubin, Marketing-Professor Scott Galloway und sogar Reality-Queen Kim Kardashian. Aber auch die deutsche Wirtschaftsprominenz war vertreten, mit Größen wie Weleda-Chefin Tina Müller, KKRs Europa-Chef Philipp Freise, Zalando-Co-CEO David Schneider und dem legendären Ex-Nationalspieler Bastian Schweinsteiger, die alle die Bühnen der Messehallen rockten.

fynax begeistert auf der Finance-Forward-Bühne: Ein Muss für E-Commerce-Pioniere

Für die E-Commerce-Pioniere ist das OMR-Festival ein unverzichtbares Event. Die Köpfe hinter fynax, Saravanan Sundaram und Nadja Müller, waren bereits zum dritten Mal in Folge mit ihrem Team dabei. Und sie waren nicht nur da, um zuzuhören. Unterhaltsam, neugierig und mit einem kritischen Blick verfolgten sie die Vorträge namhafter Redner:innen auf der Finance-Forward-Konferenz. Bundesbank-Präsident Axel Weber, der Wirecard-Whistleblower Pav Gill und Gründerin Doreen Huber gaben interessante Einblicke in die Welt der Finanzen.

Neue Wege mit fynax: Masterclass über Zoll und Steuern

Aber dieses Jahr war alles anders. Statt auf der Yellow-Stage zu stehen, organisierten die fynax-Leiter:innen eine exklusive Masterclass, die sich tiefgehend mit den Themen Zoll und Steuern im E-Commerce beschäftigte. Getrieben vom Erfolg chinesischer Plattformen wie Temu und Shein, nahmen Zollexperte Markus Bitzer und Steuerberaterin Kathleen Weisbender zusammen mit Müller die steuerlichen Herausforderungen im internationalen Online-Handel unter die Lupe.

„Welche Regeln gelten beim Import von Internetbestellungen? Welche Steuern sind im Zielland zu entrichten? Welche Fallstricke gilt es zu vermeiden?“ – diese und andere Fragen wurden in der fynax-Masterclass diskutiert und überzeugend beantwortet. Die Veranstaltung war von Beginn an ausgebucht, und auch nach dessen Ende riss das Interesse nicht ab. Interessent:innen drängten sich, um sich mit unseren Expert:innen auszutauschen und weitere Insights zu bekommen.

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© PeopleImages via iStock

Im März einigte sich die Ampelkoalition auf einen gemeinsamen Entwurf einer Gesetzesgrundlage für die bundesweite Einführung der Bezahlkarte für Geflüchtete und Asylbewerber:innen. Der Deutsche Bundestag stimmte nun vergangene Woche diesem Entwurf zu: Die Bezahlkarte soll Kommunen und Behörden entlasten, den Verwaltungsaufwand reduzieren und Überweisungen der staatlichen Unterstützung in die Herkunftsländer unterbinden. Wie die Bezahlkarte für Online-Zahlungen eingesetzt wird, haben wir für euch recherchiert.

Was ändert sich mit der neuen Bezahlkarte?

Bisher erfolgte die Auszahlung der staatlichen Unterstützung bar und direkt bei den jeweiligen Behörden oder Aufnahmeeinrichtungen vor Ort. Das soll sich jetzt ändern: mit der neuen Bezahlkarte soll das Geld direkt an die zuständigen Banken überwiesen werden, die dann wiederum die Konten der jeweiligen Karten aufladen. In Form einer Prepaid-Debitkarte kann die Karte dann in stationären Geschäften und für die Bargeldabhebung genutzt, aber auch online eingesetzt werden. Doch wie genau funktioniert das? Gibt es Einschränkungen bei der Nutzung der Karte? Und was müssen vor allem Online-Händler:innen dabei beachten?

Die Einschränkungen

Ganz generell sind Zusatzfunktionen oder Einschränkungen Ländersache. Die technische Abwicklung dagegen soll einheitlich geregelt werden. Im Grundsatz einigte sich die Ampelkoalition allerdings auf die folgenden Punkte:

  • Online-Überweisungen oder Karte-zu-Karte-Überweisungen sind nicht möglich
  • Nutzung der Karte im Ausland ist nicht möglich
  • Überziehen der Karte bzw. eine Kontobindung ist nicht möglich
  • Onlineeinkäufe können prinzipiell getätigt werden
  • Onlineeinkäufe außerhalb der EU werden nach Möglichkeit ausgeschlossen
  • Bargeldabhebung ist nur im Inland möglich

Die Nutzung der Bezahlkarte im Online-Handel

Die Bezahlkarte kann prinzipiell im Online-Handel genutzt werden und unterscheidet sich in der Zahlungsabwicklung nicht von anderen Prepaid-Debitkarten. Das heißt, die Zahlungsabwicklung für Online-Händler:innen erfolgt ganz wie gewohnt. Verstöße gegen Nutzungseinschränkungen der Karte sind grundsätzlich nicht möglich, da etwaige Einschränkungen bereits im Vorfeld technisch konfiguriert werden. Die Ampelkoalition arbeitet in diesem Zusammenhang mit Unternehmen und Dienstleister:innen wie Givve oder Paycenter zusammen, die wiederum für die technische Konfiguration und Bereitstellung der Bezahlkarten zuständig sind. Beispielsweise ist Paycenter für die Bereitstellung der Karten in Bayern und weiteren Kommunen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg zuständig. Die Vergabe der Aufträge erfolgt öffentlich.

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Anforderungen an den Leistungsempfänger bei umgekehrter Steuerschuldnerschaft

Ihr seid auf Plattformen wie Amazon, TikTok oder Facebook unterwegs und schaltet dort zum Beispiel Werbung? Dann ist das neue Urteil vom Bundesfinanzhof (BFH, Urteil vom 31. Januar 2024, V R 20/21) von höchster Bedeutung für euch: Ihr seid verpflichtet, die Umsatzsteuer für den Werbeplatz selbst abzuführen, statt sie an die Plattformen zu zahlen. Dahinter steckt die sogenannte Umkehr bzw. die Verlagerung der Steuerschuld. Es ist für Unternehmen von großer Bedeutung, da Fehler bei der Anwendung dieser komplexen Vorschrift leicht bei der Rechnungsstellung unterlaufen können.

Reverse-Charge-Verfahren

Für sonstige Leistungen, die ein im EU-Ausland ansässiger Unternehmer an einen im Inland ansässigen Unternehmer erbringt, besteht eine Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers, wenn der Leistungsempfänger ein Unternehmer ist. Geklagt hatte ein im EU-Ausland ansässiges Unternehmen, das auf elektronischem Wege sonstige Leistungen im Inland erbrachte. Das Unternehmen betrieb einen Online-Marktplatz, auf dem sowohl Unternehmer als auch Nichtunternehmer Gegenstände zum Kauf anboten. Die Dienstleistungen des Unternehmens bestanden darin, den Anbietern der Waren den Zugang und die Nutzung des Online-Marktplatzes zu gewähren.

Verlagerung der Umsatzsteuerschuld, sofern Empfänger Unternehmer ist

Um den Online-Marktplatz nutzen zu können, mussten sich die Leistungsempfänger zunächst registrieren und dabei angeben, ob sie als Privatperson oder als Unternehmer den Marktplatz nutzen wollten. Sofern der Leistungsempfänger eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.) eintrug, prüfte das Unternehmen diese auf Gültigkeit. War der Leistungsempfänger als gewerblicher Nutzer registriert, gab aber keine oder eine ungültige USt-IdNr. an‚ prüfte und bejahte das Unternehmen die Unternehmereigenschaft des Leistungsempfängers, wenn bei diesem eines von drei vom Unternehmen selbst definierten Kriterien vorlag. Danach war die Unternehmereigenschaft gegeben, wenn der Leistungsempfänger:

  1. im laufenden Jahr oder im Vorjahr eine bestimmte Anzahl von Verkäufen tätigte oder getätigt hatte,
  2. im gleichen Zeitraum Leistungsentgelte in einer bestimmten Mindesthöhe entstanden waren oder
  3. wenn sich der Leistungsempfänger auf einer besonderen Plattform angemeldet hatte, die gewerblichen Händlern vorbehalten war.

Bei einer Umsatzsteuer-Sonderprüfung vertraten die Prüfer des Finanzamtes die Auffassung, dass nur die Leistungsempfänger als Unternehmer zu behandeln seien, für die eine gültige USt-IdNr. vorgelegen habe. Die drei vom Unternehmen selbst angelegten Kriterien waren nach Ansicht der Prüfer nicht geeignet, die Unternehmereigenschaft der Leistungsempfänger anzunehmen. Demzufolge wurde für die darauf entfallenden geschätzten Entgelte die Verlagerung der Steuerschuldnerschaft vom Finanzamt nicht akzeptiert und Umsatzsteuer vom Unternehmen nachgefordert.

Keine Notwendigkeit einer gültigen Umsatzsteuer-Identifikationsnummer

Die Finanzgerichte sahen das anders. Sowohl das Finanzgericht als auch der Bundesfinanzhof entschieden in den sich anschließenden Klage- und Revisionsverfahren, dass die Verwendung einer gültigen USt-IdNr. durch den Leistungsempfänger keine Voraussetzung dafür ist, den Leistungsempfänger als Unternehmer anzusehen und eine Verlagerung der Steuerschuldnerschaft herbeizuführen. Jedoch muss die Person des Leistungsempfängers hinreichend bekannt und identifizierbar sein, um die Unternehmereigenschaft beurteilen zu können. Unternehmer ist, wer eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbständig ausübt, unabhängig davon, ob er nach anderen Vorschriften rechtsfähig ist. Das Unternehmen umfasst dabei die gesamte gewerbliche oder berufliche Tätigkeit des Unternehmers. Die Unternehmereigenschaft setzt laut Gesetzeswortlaut nicht die Erteilung oder ein Tätigwerden unter einer gültigen USt-IdNr. voraus. Doch was bedeuten diese Kriterien nun genau für die unternehmerische Praxis?

Empfänger muss identifizierbar sein

Die gesetzlichen Regelungen geben nicht vor, welche Angaben und/oder Unterlagen der leistende Unternehmer den Finanzbehörden hinsichtlich der Person des Leistungsempfängers vorlegen muss, damit die Voraussetzungen für eine Verlagerung der Steuerschuldnerschaft als erfüllt angesehen werden. Den leistenden Unternehmer trifft jedoch eine Feststellungslast, wenn er die begünstigende Regelung in Anspruch nehmen möchte.

Der BFH sah jedenfalls die vom Unternehmen eingereichten Angaben, die den Namen, den Firmennamen und die Adressen der Leistungsempfänger enthielten als ausreichend an, um die Existenz und Identität der Leistungsempfänger sowie ihrer Unternehmereigenschaft zu überprüfen. Da das Finanzgericht die Unterlagen nicht in ausreichendem Maße geprüft hatte, wurde das Verfahren an das Finanzgericht zurückverwiesen.

Fazit

Für die Verlagerung der Steuerschuldnerschaft kommt es nicht zwingend auf die Verwendung einer gültigen USt-IdNr. durch den Leistungsempfänger an. Allerdings trägt der Leistende die Feststellungslast, dass der Leistungsempfänger die Unternehmereigenschaft für die Verlagerung der Steuerschuldnerschaft erfüllt. Eine bestimmte Form des Nachweises ist hierbei jedoch nicht vorgeschrieben.

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Von der Kanzlei ETL Schmidt & Partner in Lutherstadt Wittenberg aus berät Steuerberater Jürgen Schott Mandant:innen aus den verschiedensten Branchen. Seit 2019 liegt ein besonderer Fokus auf dem Online-Handel. In unserem fynax-Interview erzählt er uns, was ihm an dieser Branche so fasziniert.

Welche Rolle nimmst du in eurer Kanzlei ein?

Ich bin sozusagen ein Fünftel unserer Kanzleileitung: insgesamt sind wir fünf Partner und auf die unterschiedlichsten Branchensysteme spezialisiert – unter anderem auf den Pflege-, Gastronomie- und Hotellerie-Bereich. Ebenfalls sehr stark in unserem Fokus ist mit Felix1 und eben auch mit fynax die digitale Steuerberatung, bei der wir ausschließlich E-Commerce-Mandate betreuen. Das ist mittlerweile auch ein Hauptpfeiler für uns, für den wir inzwischen mehrere Mitarbeiter beschäftigen.

Wie viele Steuerberater:innen bzw. Mitarbeiter:innen beschäftigt ihr?

Neben uns fünf geschäftsführenden Steuerberatern haben wir außerdem 30 Mitarbeiter und drei Auszubildende in der Kanzlei. Und da ist natürlich alles vom Finanzbuchhalter bis zur Jahresabschluss-Kraft dabei.

Seit wann bist du mit deiner Kanzlei Teil von fynax und wieso habt ihr euch dafür entschieden?

Letztendlich ist das historisch bedingt in der Lutherstadt Wittenberg gewachsen: Die Kanzleigründerin Frau Simone Vahle und wir sind schon immer sehr ETL verbunden gewesen. Und als sich fynax als neue Branchenspezialisierung angeboten hat, wollten wir von Anfang an mit dabei sein. Also haben wir begonnen, die E-Commerce Branche bei uns zu implementieren und die ersten Mandate dort zu betreuen. Das macht bis heute Spaß, vor allem da der Sektor immer weiterwächst. Ich denke, dass zukünftig nicht nur bei uns in der Kanzlei ein ganz großer Schwerpunkt auf dieser Branche liegen wird.

Was macht eine gute Steuerberatung für dich aus?

Das setzt sich ja schon aus dem Wort zusammen: Steuern und Beratung. Das heißt, der Fokus sollte natürlich auf der Beratung liegen, nicht nur auf der reinen Deklaration und dem Steuerrecht. Das Steuerrecht ist immer sehr vielfältig und in den unterschiedlichsten Bereichen im Wandel. Durch gesetzliche Vorgaben, die Rechtsprechung und Verwaltung entwickelt es sich ständig weiter und bleibt interessant. Das führt aber gleichzeitig auch zu Besonderheiten und Herausforderungen, gerade in der Beratung, diese Strömungen und Neuerungen umzusetzen, an den Mandanten heranzutragen und dann zu prüfen.

Was macht den Bereich E-Commerce so spannend? Und welche Besonderheiten haben Online-Händler:innen im Vergleich zu stationären Händler:innen zu beachten?

E-Commerce ist einer der an stärksten wachsenden Märkten, die wir haben. Letztendlich gibt es super viele junge Unternehmen und viele Start-ups, die den Markt bereichern, auch wenn viele genauso schnell wieder verschwinden. Die Besonderheit ist, dass man keinen stationären Handel mehr braucht. Dadurch hat sich der Handel um ein Vielfaches vereinfacht. Ich kann meinen Shop, übertrieben gesagt, vom Küchentisch aus betreiben. Dropshipping zum Beispiel bedeutet letztendlich, dass ich keine Lagerhaltung mehr brauche; ich führe meine Einkäufe erst aus, nachdem ich diese über das Internet verkauft habe. Es ist ein schnelllebiger und schnell wachsender Markt mit vielen Onlineshops sowie Onlineportalen mit den unterschiedlichsten Angeboten.

Welche Besonderheiten gibt es in der Beratung von E-Commerce-Unternehmen?

Ja, da denke ich insbesondere an die Umsatzsteuer. Die Umsatzsteuer gehört nämlich nicht dem Unternehmer, sondern immer den Fiskalbehörden. Die Grundformel besteht aus der gesetzeskonformen Deklaration. Aus unserer Sicht müssen wir den Mandanten sensibilisieren, dass er gerade bei grenzüberschreitendem Handel erkennt, dass eben auch andere Fiskalbehörden – möglicherweise ausländische – Ansprüche erheben können.

Bei der Beratung achten wir besonders darauf, was für den Mandanten betriebswirtschaftlich sinnvoll sein kann und auf welche Neuerungen der Unternehmer proaktiv reagieren muss, denn der Konkurrenzgedanke schwingt natürlich auch immer mit. Aus unserer Sicht ist die steuerliche Herausforderung bei Online-Händlern schlichtweg immer gegeben, weil diese Märkte immer stärker „cross-border“ aufgestellt sind. Das heißt grenzüberschreitend innerhalb der Union, aber gegebenenfalls natürlich auch gegenüber Drittstaaten, sodass es dann umsatzsteuerlich eine Herausforderung sein kann. Und genau diese Punkte sind dann in unserem Fokus: Inlands- und Auslandshandel, grenzüberschreitende Prozesse richtig zu erkennen und richtig zu steuern. Das ist unsere Aufgabe und Verantwortung den Mandaten gegenüber.

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Lange Zeit galt die Rückgabefrist bei Amazon als gefestigt: mindestens 30 Tage galt das Rückgaberecht für Produkte, die auf der Online-Plattform erworben werden. Das ändert sich jetzt. Aufgrund der gestiegenen Kosten und der aktuellen Inflationsproblematik hat der Onlineriese bereits zwei neue Maßnahmen vorgestellt, um Kosten einzusparen. Nachdem Amazon bereits KI-Technologien nutzt, um die Retouren von Modeartikeln zu minimieren, soll jetzt auch die Rückgabefrist für andere Warengruppen reduziert werden, um so Kosten einzusparen. Wir haben euch die wichtigsten Informationen zusammengefasst.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Nur noch 14 statt 30 Tage Rückgabefrist – Amazon passt sich an die gesetzlich vorgeschriebene Mindestdauer beim Rückgaberecht in Deutschland an.
  • Die neue Rückgabefrist greift ab dem 25. April und gilt künftig für Elektronikartikel, Kameras, Bürobedarf und Videospiele.
  • Ausgenommen sind Amazon-Geräte und erneuerte Produkte.
  • Für die meisten sonstigen Warengruppen gilt weiterhin die 30-Tage-Rückgabefrist.

Die Ausgangslage

Verbraucher:innen schätzen besonders kostenlose Retouremöglichkeiten bei Anbieter:innen. Das schafft Vertrauen und bietet den Käufer:innen den Komfort, die Artikel zurückzusenden, wenn sie nicht damit zufrieden sind.

Doch Online-Händler:innen stehen vor einem Dilemma: denn jeder zurückgeschickte Artikel kostet die Anbieter:innen zwischen fünf und zehn Euro, wie aus einer Studie des Handelsforschungsinstituts EHI hervorgeht. Der größte Kostenpunkt liegt dabei in der Überprüfung der zurückgeschickten Artikel und der damit verbundenen Qualitätskontrolle. Dabei sind Rücksendungen von Elektronikartikeln für viele Online-Händler:innen besonders problematisch, da sie diese Waren anschließend nicht mehr als A-Waren weiterverkaufen dürfen.

Hinzu kommt, dass häufige Rücksendungen auch zulasten der Umwelt und des Klimas gehen. So beklagt das Umweltbundesamt negative Auswirkungen durch zusätzliche Transportwege und ggf. durch die zwangsmäßige Vernichtung von zurückgesendeter Ware, die nicht mehr zu gebrauchen ist.

Im Schnitt liegen die Retourenquoten in Deutschland zwischen sechs und zehn Prozent, bei Modeprodukten sogar bei 26 bis 50 Prozent. Eine Erlassung der Retourenkosten bieten insgesamt 14 Prozent aller Online-Händler:innen an.

Die Änderungen im Detail

Die neue Rückgabefrist von 14 Tagen soll ab dem 25. April greifen. Sie beginnt in jedem Fall immer mit dem Auslieferungsdatum des jeweiligen Produkts. Die betroffenen Warengruppen sind unter anderem Elektronik, Kamera, Bürobedarf sowie Videospiele. Ausgenommen von der neuen Regelung sind allerdings Amazon-Geräte und erneuerte Produkte sowie alle anderen Warengruppen. Dort gilt weiterhin wie gewohnt die 30-Tage-Rückgabefrist.

Das Rückgaberecht und Rückgabedatum soll dabei unter jedem Produktpreis deutlich hervorgehoben und gekennzeichnet werden, damit es nicht zu Missverständnissen bzgl. der Frist kommt.

Online-Händler:innen atmen auf

Mit der Anpassung Amazons an die gesetzliche Mindestdauer beim Rückgaberecht in Deutschland bietet der Onlineriese jetzt aber auch etwas Freiraum für die Verkäufer:innen auf der Plattform: So soll es Online-Händler:innen, die Amazon als Marktplatz nutzen, jetzt freistehen eigene Rücksendefristen anzubieten. Diese dürfen die gesetzliche Mindestfrist von 14 Tagen nicht unterschreiten, können aber nach oben nach Belieben angepasst werden. Damit löst Amazon einen wichtigen Streitpunkt, denn im Vorfeld waren alle Händler:innen dazu verpflichtet, eine 30-Tage lange Rückgabefrist anzubieten.

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Online-Händler:innen kennen es: Das Angebot der Zahlungsdienste sowie eine schnelle und unkomplizierte Zahlungsabwicklung sind das „A und O“ für jeden erfolgreichen Online-Shop. Denn durch lästige oder unnötig viele Zahlungsschritte können Kund:innen schnell das Interesse verlieren. Das weiß auch PayPal – der Zahlungsdienstleister vereint mit PayPal Check-out eine Komplettlösung für Onlinezahlungen und ermöglicht es Online-Händler:innen ihre Zahlungsabwicklung so zu vereinfachen. PayPal Check-out wurde jetzt mit neuen Funktionen erweitert, die besonders kleine und mittelständische Unternehmen interessieren dürften.

Die Neuerungen bei PayPal Check-out

Der Check-out ermöglicht es Nutzer:innen künftig, Zahlungsmethoden im „PayPal Vaulting-Tool“ zu speichern und damit schneller und einfacher auf die bevorzugte Zahlungsart zurückzugreifen. Außerdem ist ein „Real-Time Account Updater“ für Kartendaten hinzugefügt worden. Dieser ermöglicht Kund:innen, ihre Zahlungsdaten aktuell zu halten und gebührenpflichtige Rückbuchungen – beispielsweise bei Ablauf der Kreditkarte o.Ä. – zu vermeiden.

Apple & Google Pay integriert

Zu den wichtigsten Neuerungen gehört zweifelsohne die Einführung und Integration der Zahlungsoptionen von Apple und Google Pay. Managing Director von PayPal Deutschland Jörg Kablitz erklärt den Schritt des Unternehmens wie folgt: „Der Onlinehandel entwickelt sich kontinuierlich weiter und Unternehmen (KMUs) benötigen Zugang zu einer Reihe von Tools, die ihnen helfen, Umsätze zu steigern und effizienter zu arbeiten. Mit PayPal Check-out können Onlinehändler:innen mit einer einzigen Integration Zugang zu all diesen Features erhalten.“

Cybersecurity

Unternehmen sollten bei allen Zahlungsanbieter:innen immer auf Cybersecurity-Maßnahmen achten, um die sensiblen Daten ihrer Kund:innen sicher abspeichern zu können. PayPal Check-out bietet hierfür bei berechtigten Transaktionen eine Haftung in den Bereichen Betrugsschutz, Rückbuchungsschutz und Verkäufer:innenschutz an.

Integration von PayPal Check-out

Das Zahlungssystem von PayPal kann über Shopsystem-Anbieter:innen oder mithilfe manueller Integrationsschritte in deinen Payment-Prozess integriert werden. In diesem Zusammenhang bietet die Komplettlösung alle gängigen lokalen Zahlungsmethoden sowie flexible Finanzierungsoptionen. Verkäufer:innenschutz und Betrugsschutzsysteme obliegen dabei PayPal.


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Chinesische Shopping-Plattformen haben den deutschen Markt erobert. Sie heißen Wish, Temu, Shein und Co. und bieten eine riesige Auswahl an Billigprodukten. Der kometenhafte Aufstieg der chinesischen Unternehmen wird jedoch von großer Kritik begleitet: So beanstandet die Bundesregierung, wie die „Wirtschaftswoche“ berichtet, die mangelnde Verzollung, Produktsicherheitsbedenken, sowie Umweltrisiken der Billiganbieter und verweist dabei auf das Risikopotential für die deutsche Wirtschaft und Logistik. Das Wirtschaftsministerium plant nun eine verschärfte Marktüberwachung durchzusetzen und drängt auf eine Reform der Zollverfahren. Ob diese Überlegungen Besserungen mit sich bringen, wollten wir von Zollexperte Markus Bitzer wissen.

Neue Kontrollmechanismen für Shein und Temu?

Die Bekanntheit der beiden Online-Plattformen für Fast-Fashion macht auch vor der Politik keinen Halt. Aufgrund mangelnder Verzollung, Umwelt- und Sicherheitsrisiken sowie Produktqualitätsbedenken besteht bei der Bundesregierung Konsens über strengere Kontrollen der beiden chinesischen Unternehmen. Die Bundesregierung reagiert damit insbesondere auf Forderungen von verschiedenen Abgeordneten, wie unter anderem von Michael Meister (CDU) und Wirtschaftssekretär Udo Phillip, strengere und umfangreichere Kontrollen durchzuführen.

Meister fordert eine klare Positionierung der Bundesregierung gegen die aggressive Marktstrategie der chinesischen Ableger sowie flächendeckende Kontrollen der importierten Ware. Außerdem soll eine Reform des Zollverfahrens dabei helfen, die Marktüberwachung zu stärken. Udo Phillip bemängelt indes die Sicherheits- und Qualitätsstandards der beiden Billiganbieter. Dies wird beispielsweise auch durch die Erhebung der europäischen Spielwarenindustrie gestützt, die in ihrer Kontrolle 18 von insgesamt 19 Spielzeugprodukten der chinesischen Unternehmen als erhebliches Sicherheitsrisiko eingestuft hat.

Ein Grundkonsens zur strengeren Kontrolle von Temu und Shein besteht auf politischer Ebene bereits, allerdings ist vor allem die Umsetzung aufgrund des großen Importvolumens der beiden Großanbieter sehr schwierig. Denn täglich erreichen knapp 400.000 Pakete deutsche Frachthäfen. Eine flächendeckende Kontrolle wäre hier nur durch eine massive personelle Aufstockung möglich.

„Wer sagt, dass die Abschaffung der 150-Euro-Grenze eine Steuerehrlichkeit herbeiführt?“

Die Strategie von Temu und Shein umgeht Zollvorschriften geschickt: Bisher regelt das Zollgesetz eine Zollfreigrenze von vertriebenen Waren von bis zu 150 Euro. Temu und Shein bedienen sich dieser Regelung und vertreiben deshalb gezielt ihre Waren unter dieser Freigrenze. Falls ein Bestellwert doch die Freigrenze übersteigt, werden die Warensendungen in mehrere Teillieferungen aufgeteilt, um so der Zollkontrolle zu entgehen. Brüssel plant bis 2028 zusätzliche Zollgebühren auf Warensendungen im Wert von unter 150 Euro zu erheben, wenn sie aus Nicht-EU-Ländern stammen. „Die geplante Abschaffung der 150 Euro Grenze wird in meinen Augen keine Besserung bringen“, entgegnet Zollexperte, Markus Bitzer. „Denn was bedeutet das? Es fallen Zollgebühren für Warenwerte unter 150 Euro an und die Importeure sind verpflichtet, eine Zollanmeldung abzugeben. Mehr aber auch nicht“, so Bitzer weiter. „Wer sagt, dass die Abschaffung der 150-Euro-Grenze eine Steuerehrlichkeit herbeiführt, wenn die Rechnung immer noch deutlich unter Wert ist?“

Die Einfuhr von Waren aus Drittländern in die EU ist grundsätzlich ohne Einschränkungen zulässig. Ein Einfuhrverbot für Temu & Co. könne innerhalb weniger Wochen wenigstens zu korrekten Zollverfahren führen, erklärt Bitzer. Das Problem der Unterfakturierung löse dies hingegen nicht – das der Warenqualität aber eventuell.

Weiterhin könnte man auch Anti-Dumping- und Ausgleichszölle einführen: Das bedeutet, man hebt die Einfuhrpreise durch entsprechende Aufschläge an, sorgt dabei aber gleichzeitig auch für mehr Arbeit für den Zoll, so Bitzer weiter. „Aber auf diese Weise könnte man Billiganbieter zur Einhaltung der Zollvorschriften und der Marktkorrektur zwingen – wenn die Preise denen der EU vergleichbar sind.“

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Während die Chancen und Risiken Künstlicher Intelligenz (KI) diskutiert werden, haben sich erste Vorboten bereits in unserem Alltag breit gemacht. Ob Assistenzsysteme im Auto, Chatbots in der Kundenbetreuung, Siri oder Alexa – alle haben sich schon an die bequeme Unterstützung durch KI gewöhnt. Jetzt sind auch erste KI-Projekte in Steuerkanzleien zu beobachten. Schließlich hilft diese Technologie nicht zuletzt dabei, Prozesse zu automatisieren und vereinfachen, und das in einer Branche, die wie alle mit dem Fachkräftemangel zu kämpfen hat.

Aber keine Angst – KI wird keine Arbeitsplätze vernichten, sondern vielmehr dafür sorgen, dass stupide Tätigkeiten wegfallen und sich die Steuerberater und ihre Teams wieder spannenderen Aufgaben zuwenden können. Damit diese Transformation gelingt, muss sichergestellt sein, dass die Systeme mit den richtigen Daten „gefüttert“ werden. Denn die KI kann nur so intelligent sein, wie man sie „macht“. Umso wichtiger ist es, dass sich die Kanzleien frühzeitig mit den Möglichkeiten und Mehrwerten dieser Technologie auseinandersetzen.


Vorteile von KI in der Steuerberatung

Automatisierung und Effizienzsteigerung

Mit KI lassen sich Routineaufgaben in der Steuerberatung automatisieren. Das steigert die Effizienz und gibt den Steuerberatern mehr Zeit für andere Aufgaben.

Intelligente Unterstützung für den Steuerberater

KI ersetzt niemanden, sondern unterstützt die Mitarbeiter in den Kanzleien: Daten werden schneller verarbeitet und Muster, die für Menschen nur schwer zu identifizieren sind, werden erkannt.

Mehr Präzision

Der Einsatz von KI minimiert Fehler und erhöht die Genauigkeit und Validität von Steuererklärungen. Das wiederum ist Grundlage für bessere Beratungsleistungen.

Wertvollere Prognosen

KI hilft bei der Analyse historischer Daten und ermöglicht zuverlässigere und schnellere Prognosen.

Moderne Kundeninteraktion

KI-basierte Chatbots lassen sich flankierend in der Mandantenbetreuung einsetzen, um einerseits die Berater zu entlasten und andererseits die Mandanten optimal zu informieren.


Gerade für Steuerkanzleien, deren Kunden aus der schnelllebigen E-Commerce-Branche kommen, könnte deshalb der Einsatz von KI interessant sein. Denn ebenso wie die KI ist E-Commerce einerseits durch seine Wandlungsfähigkeit und Dynamik geprägt, bringt andererseits aber auch neue Herausforderungen mit sich.  

Big Data  

Im Vergleich zum stationären Handel lösen E-Commerce-Geschäfte beispielsweise ein Vielfaches an Prozessen aus. Das ist gleichbedeutend mit einem Plus an Daten, die erfasst und ausgewertet werden müssen, beispielsweise Eingangs-, Ausgangsrechnungen, PayPal-Auszüge, Sammelzahlungen, etc. Bei dieser Vielzahl – allein bei den Zahlungsoptionen – kann man leicht den Überblick verlieren. Die Krux dabei: Je erfolgreicher ein Online-Shop ist und je stärker der Umsatz steigt, desto komplizierter wird das Management. Diese Datenflut macht es eCommerce-Unternehmern schwer, sämtliche Online-Transaktionen zusammenzuführen. Da die Unternehmer aber gesetzlich dazu verpflichtet sind, ihre Buchhaltung ordnungsgemäß zu erstellen, ist die Handhabung dieser Prozesse eine enorme Herausforderung und das nicht zuletzt, wenn der Steuerberater hinzukommt.  

An dieser Stelle können integrative Plattformen helfen. Sie sind in der Lage, Buchhaltungsprozesse zu automatisieren und damit den Gesamtprozess zu vereinfachen. Über API-Schnittstellen lassen sich beispielsweise Rechnungen und Zahlungen automatisch einlesen, ohne dass Mandanten oder Steuerberater aktiv werden müssen. So stehen ihnen alle relevanten Daten jederzeit topaktuell zur Verfügung und niemand muss mehr auf ein monatliches Reporting warten.

Je besser die Datenbasis – desto besser für die Kanzlei

Sind zeitaufwändige Prozesse erst einmal automatisiert, haben Buchhalter und Steuerberater automatisch mehr Zeit für die Analyse und Auswertung der Daten. Das hilft insbesondere dann, wenn es darum geht, anhand der Datensätze Muster zu identifizieren und Trends zu erkennen. Kanzleien, die dabei die Möglichkeiten der KI nutzen, haben den Vorteil, dass dieser Prozess um ein Vielfaches schneller erfolgt, sodass der Steuerberater viel früher und intensiver in die Beratung einsteigen kann. Dank der vorhandenen Informationen und verfügbaren Zeit, tut er sich zudem leichter, einen ganzheitlichen Blick auf das Unternehmen des Mandanten zu entwickeln, um auch betriebswirtschaftliche Aspekte in seine Beratung einfließen zu lassen.

KI sorgt also dafür, dass Steuerberater sich wieder viel intensiver auf ihre Beraterrolle fokussieren können, anstatt sich mit einer mühsamen und zeitintensiven Datenpflege aufzuhalten. Dank KI sind sie nicht nur schneller in der Lage, Analysen zu liefern und zu interpretieren, sondern sie können ihre Erkenntnisse viel weitreichender einbringen – zum Nutzen der Mandanten. Die Unternehmen profitieren also von validen Finanzanalysen, die ihnen helfen, Herausforderungen frühzeitig zu erkennen, Risiken zu vermeiden und die Voraussetzungen für ein stabiles Wirtschaften zu legen. 

Fazit

KI unterstützt die Steuerberater, damit diese ihre Expertise optimal einbringen können – in Interesse der Mandanten, aber auch des Wohlergehens der eigenen Kanzlei. Dabei ist KI das leistungsstarke Tool, das Prozesse automatisiert, Analysen verbessert und den Steuerexperten die bestmögliche Datenbasis für ihre Beratungstätigkeit an die Hand gibt. Aber erst, wenn der Steuerberater mit seinem Wissen, seiner Kreativität und seinem strategischen Denken die vorhandenen Daten interpretiert, ist der Mehrwert für den Mandanten spürbar – das kann KI allein nicht leisten, dafür braucht es nach wie vor den Menschen mit seinen individuellen Fähigkeiten.

Autoren

Lumir Boureanu
Vorstand eurodata

Nadja Müller
Steuerberaterin und fynax-Leiterin

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