• Umsätze im E-Commerce erreichen Talsohle, wie der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (BEVH) für das vergangene Jahr bekannt gab.
  • Der Warenumsatz ist um knapp zwölf Prozent eingebrochen.
  • „preloved goods“ erfreuen sich in Deutschland großer Beliebtheit.

Eine angespannte wirtschaftliche Lage und unsichere Zukunftserwartungen vieler Haushalte waren für den deutschen E-Commerce erneut herausfordernd. Dies spiegelte sich deutlich in gesunkenen Gesamtumsätzen wider: So fiel der Brutto-Umsatz mit Waren im Gesamtjahr 2023 erstmals zweistellig um 11,8 Prozent auf 79,7 Mrd. Euro, nach 90,4 Mrd. Euro im Jahr davor, wie der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) am Donnerstag bekannt gab.

Für die Breite der Händler:innen wird 2023 als richtungsweisend in Erinnerung bleiben: Marktplätze (- 8,5 Prozent) und Online-Händler:innen (- 14,7 Prozent) blieben im Jahr 2023 ebenfalls deutlich unter dem Vorjahresergebnis. Am deutlichsten fielen die Umsatzrückgänge im Multichannel-Handel aus (- 18,1 Prozent). Bei ihnen machte sich bemerkbar, dass Kund:innen wieder vermehrt stationäre Anlaufstellen nutzten. D2C-Vertriebe (Hersteller:innen-Versender:innen) konnten ihr Wachstum in der langfristigen Betrachtung am stabilsten halten: So liegen ihre Umsätze derzeit bei 62 Prozent über dem Wert vor Ausbruch der Pandemie im Jahr 2019.

„Wir erwarten, dass die Talsohle im deutschen E-Commerce im Laufe des Jahres erreicht wird. Das vierte Quartal 2023 war mit einem Rückgang von 7,1 Prozent das erste Quartal mit einem nur einstelligen Minus seit Frühsommer 2022 und weist für die Zukunft auf eine Stabilisierung der Umsätze hin, kommentiert Gero Furchheim, Präsident des bevh. Im vergangenen Jahr sparten deutsche Konsument:innen besonders stark in den eigentlich umsatzreichen Segmenten des Onlinehandels wie Bekleidung und Unterhaltungsartikel. Der Online-Handel sei aber weiterhin in allen Altersgruppen verankert, erfreue sich ungebrochen hervorragender Kund:innenbeurteilungen und bleibe seiner Rolle als Innovator treu, so Furchheim.

 Second-Hand-Markt immer beliebter

Immer mehr Verbraucher:innen haben auf den Kauf und die Nutzung gebrauchter, reparierter oder geliehener Waren zurückgegriffen. Unter den 19- bis 29-Jährigen gaben 18,4 Prozent der Befragten an, „häufiger“ und 31,9 Prozent „gelegentlich“ gebrauchte Produkte im Internet zu bestellen. Eine ähnliche Akzeptanz zeigen auch die 30- bis 39-Jährigen, bei denen dies 11,7 Prozent bzw. 40,1 Prozent der Befragten angaben. Damit erfreuen sich „preloved goods“ in Deutschland aktuell immer größerer Beliebtheit. Auch die Skepsis gegenüber günstigeren ausländischen Anbieter:innen sinkt: Danach gefragt, ob Kund:innen (aller Altersklassen) bereit sind, bei ausländischen Shops einzukaufen, würden aktuell 61,0 Prozent der Konsument:innen „eher“ oder „voll und ganz“ eine:n ausländische:n Anbieter:in vorziehen, wenn der Einkauf dort günstiger ist.

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In der pulsierenden Welt des Online-Handels sind ständige Veränderungen und schnelle Entwicklungen an der Tagesordnung. Fast täglich gibt es neue Trends, technologische Innovationen oder neue Tools, die die Art und Weise, wie wir online einkaufen, prägen und verändern können. Wer hier den Anschluss verliert, könnte die nächste große Innovation oder den künftig marktbestimmenden Verbraucher:innentrend verpassen: Von neuen Technologien bis hin zu sich wandelnden Kund:innenbedürfnissen – die Branche des E-Commerce ist ein Spiegel unserer digitalisierten Gesellschaft. Wir tauchen deshalb für euch in die Tiefen dieses facettenreichen Marktes ein, filtern die Flut an Informationen und präsentieren euch präzise das Wesentliche.

Wir haben es uns 2024 zur Aufgabe gemacht, euch auf relevante News, wegweisende Entwicklungen und aufkommende Trends hinzuweisen, mit denen ihr eure Strategien schärfen oder einfach nur euer Wissen erweitern könnt. Mit unserem Rundum-Blick auf den Online-Handel bleibt ihr nicht nur informiert, sondern auch inspiriert, um in der vernetzten Welt des E-Commerce stets einen Schritt voraus zu sein. Bleibt auf dem neuesten Stand, denn ein informierter Klick kann den Unterschied ausmachen!

AI-Act

Als Teil der digitalen Strategie der Europäischen Union hat sich das Europaparlament in Zusammenarbeit mit den EU-Staaten am 9. Dezember 2023 auf den sogenannten „AI-Act“ geeinigt: Das weltweit erste KI-Gesetz soll zur strengeren Regulierung von künstlicher Intelligenz beitragen und so die Sicherheit und Rechte der Bürger:innen besser schützen. Es stehen noch die formelle Annahme des Parlaments und des Rats aus, bevor das Gesetz schließlich ratifiziert und endgültig zu EU-Recht wird.

Payback Pay

Im Bereich des mobilen Zahlungsverkehrs hat sich auch in Deutschland etwas getan: Payback Pay ist nun in die DM-App integriert worden, was den Zahlungsprozess für Kund:innen des Drogeriemarktes noch bequemer macht.

Konsum & Nachhaltigkeit

Trotz sich ändernden Konsumverhaltens und wachsenden Umweltbewusstseins bleibt unverpacktes Einkaufen bei den Deutschen weitgehend unbeliebt. Laut einer Yougov-Umfrage haben nur 22 Prozent der Verbraucher:innen schon mal unverpackt eingekauft, während nur fünf Prozent der Befragten angegeben haben, regelmäßig unverpackte Waren einzukaufen.

Drohnenlieferung ist da!

Eine futuristische Note bekommt der Versandhandel durch den Bundesligisten Darmstadt 98, der nun beginnt, Fanartikel via Drohnenlieferdienst „LieferMichel“ zu versenden. Dies könnte bereits ein Vorgeschmack auf zukünftige Liefermethoden von verschiedenen Anbieter:innen sein.

Hinweisgeberschutzgesetz

Indes beklagt der Bundesverband der Verbraucherzentralen, dass sich große Internetplattformen nicht an den neuen Digital Services Act halten, wodurch Verbraucher:innenrechte noch immer nicht ausreichend geschützt seien. Parallel dazu wird außerdem mit dem Hinweisgeberschutzgesetz angestrebt, interne Meldestellen in kleinen und mittelständischen Unternehmen zur Pflicht zu machen, um so Whistleblower besser schützen zu können.

Kostspielige Retouren

Eine aktuelle Studie des Retail Institutes hat herausgestellt, dass Retouren für Unternehmen immer noch eine teure Angelegenheit sind und durchschnittlich zwischen fünf bis zehn Euro pro zurückgeschickten Artikel zusätzliche Kosten verursachen. Das unterstreicht die Notwendigkeit effizienter und nachhaltiger Lösungen in der Logistik.

Wachsende Konkurrenz im E-Commerce

Chinesische Plattformen wie Alibaba, Shein, Temu oder Wish sind bereits fest im europäischen Markt etabliert. Jetzt will mit TikTok der nächste Social-Media-Gigant mit seinem eigenen Onlinemarkt mit einsteigen. Die Anzeichen einer geplanten Einführung noch in diesem Jahr verdichten sich.

Vorsicht geboten bei Temu

Die Verbraucherzentrale warnt Kund:innen davor, beim chinesischen Online-Shop Temu einzukaufen. Grund dafür sind Konsequenzen bei beschädigter oder defekter Ware. Denn in diesem Fall greift die Produkthaftung für den Onlineriesen nicht. Da die Ware aus dem außereuropäischen Ausland kommt, stehen Importeure für jegliche Mängel gerade und im Fall von Temu wären diese dann die Privatkunden selbst.

Die E-Commerce-Branche steckt in der Krise

Handelsexpert:innen prognostizieren ein schwieriges Jahr für Online-Händler:innen. Die Inflation hinterlässt auch ihre Spuren im deutschen Online-Handel: So zeigt eine Umfrage der Digitalberatung „Etribes“ unter 614 Konsument:innen, dass der Preis das wichtigste Kriterium bleibt, während gleichzeitig aber die Lieferzeit als Faktor in der Rangfolge abgerutscht ist. Kund:innen sind inzwischen dazu bereit, deutlich länger zu warten, vorausgesetzt, sie erhalten dafür einen merklich günstigeren Preis. Das wiederum gibt chinesischen Plattformen wie Temu oder Shein Aufwind, da diese Faktoren genau in ihre Geschäftsmodelle hineinspielen.

Community Building mit Galaxus

Digitec Galaxus erlaubt Kund:innen, falsche oder unvollständige Produktdaten selbstständig auszubessern beziehungsweise einzupflegen.

Cybercrime

Die Spezialstaatsanwaltschaft verzeichnete 2023 rund 18.000 Cybercrime-Fälle und damit einen Anstieg von knapp 3.000 Fällen im Vergleich zum Vorjahr. Investitionen in Cybersecurity bleiben somit weiterhin das A und O für Online-Händler:innen.

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Die beliebte Social-Media-Plattform TikTok hat kürzlich eine neue Shopping-Funktion ins Leben gerufen, mit der Nutzer:innen Produkte, die in Videos zu sehen sind, direkt über die App kaufen können. Mit diesem Schritt sagt TikTok etablierten Giganten wie Amazon und Shein den Kampf an und schafft seinen Nutzer:innen gleichzeitig ein neues Einkaufserlebnis.


Die Integration des Online-Shoppings in die TikTok-App ermöglicht es Benutzer:innen, Produkte, die sie in den Videos sehen, direkt zu kaufen. Dieser nahtlose Übergang vom Entdecken zum Kaufen eröffnet neue Möglichkeiten für Verkäufer:innen und Unternehmen, um ihre Produkte zu präsentieren und den Umsatz zu steigern. Das neue In-App-Feature namens „Trendy Beat“ wird derzeit in Großbritannien getestet und gehört zum „Project S, mit dem die Plattform ihre E-Commerce-Aktivitäten weiter ausbauen und selbst zum Hersteller machen.

TikTok hat bereits Partnerschaften mit bekannten Marken wie H&M und Sephora geschlossen, um die Vielfalt der angebotenen Produkte zu erhöhen. Durch die enge Zusammenarbeit mit diesen solchen Unternehmen kann TikTok seine Glaubwürdigkeit im E-Commerce-Bereich stärken und auch das Vertrauen der Verbraucher gewinnen.

Mit seiner enormen Reichweite und seiner jungen Zielgruppe hat TikTok das Potenzial, den E-Commerce-Markt zu revolutionieren. Die App hat weltweit Millionen von Nutzer:innen, die täglich Videos anschauen und teilen. Durch die Integration des Online-Shoppings in diese beliebte Plattform können Unternehmen ihre Zielgruppe direkt ansprechen und den Verkauf ihrer Produkte steigern.

Die Einführung dieser neuen E-Commerce-Initiative bedeutet jedoch nicht zwangsläufig das Ende von Amazon und Shein. Diese Marktplätze haben bereits einen festen Platz im Online-Handel und verfügen über eine große Kund:innendatenbank. Dennoch sollte man die Einführung von TikToks E-Commerce-Option nicht unterschätzen: Sie hat das Potenzial, den Wettbewerb anzufachen und auch das Einkaufsverhalten der Verbraucher:innen zu verändern.

Insgesamt ist TikToks neue E-Commerce-Initiative ein mutiger Schritt, der den Online-Handel revolutionieren könnte. Es bleibt abzuwarten, wie diese Integration von Shopping in die App das Kaufverhalten der Nutzer:innen beeinflussen wird. Eines steht jedoch fest: TikTok wird mit dieser Initiative die Aufmerksamkeit der E-Commerce-Branche auf sich ziehen.

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© Dmytro Yarmolin via iStock

In Zeiten der Digitalisierung und des Online-Shoppings will die EU ihre Sicherheitsstandards stärken: Online-Händler:innen sollen mehr Verantwortung für die von ihnen verkauften Produkte übernehmen und ihre Kund:innen etwa bei Rückrufen besser und schneller informieren. Hierauf haben sich die EU-Mitgliedsstaaten und das EU-Parlament geeinigt.


☑️Weniger unsichere Produkte auf dem EU-Markt

💻Neue Pflichten für Online-Shops

💶1 Milliarde Euro Einsparungen im ersten Jahr


Unterhändler:innen des Europaparlaments und der EU-Staaten haben sich auf strengere Regeln zum Schutz von Verbraucher:innen und bei Online-Käufen geeinigt. In den Lieferketten etwa sollen Online-Händler:innen und andere Unternehmen künftig mehr Verantwortung für die von ihnen verkauften Produkte tragen, wie aus der Einigung hervorgeht. Dabei sollen unter anderem gefährliche Produkte zügiger aus dem Verkehr (auch von Online-Marktplätzen) gezogen werden.

Gewährleistung höherer EU-Sicherheitsstandards

Produkte, die in der EU gehandelt werden, unterliegen allgemeinen Sicherheitsanforderungen. Um mit den Herausforderungen der Digitalisierung und der zunehmenden Zahl von Waren und Produkten, die online verkauft werden, Schritt zu halten, sind die geltenden allgemeinen Produktsicherheitsvorschriften jedoch nicht mehr geeignet, um den aktuellen digitalen und technologischen Entwicklungen und Herausforderungen gerecht zu werden.

Mit der Umwandlung der Richtlinie über die allgemeine Produktsicherheit (2001/95/EG) aus dem Jahr 2001 in eine Verordnung, wurden die Vorschriften für alle Wirtschaftsakteur:innen (Hersteller:innen, Einführer:innen und Händler:innen) modernisiert und für Online-Unternehmen und Online-Marktplätze aktualisiert.

Denn durch Waren, die bei Online-Händler:innen auf Marktplätzen wie Amazon gekauft und aus einem Drittstaat angeführt würden, gelangten viele Produkte in den Binnenmarkt, die nicht den EU-Sicherheitsstandards entsprächen, erklärte die Vorsitzende des Binnenmarktausschusses im EU-Parlament, Anna Cavazzini (Grüne).

Bessere Rückrufe & längere Garantien

Nach den vereinbarten Regeln kann ein Produkt nur dann verkauft werden, wenn es einen in der EU ansässigen Wirtschaftsbeteiligten (z. B. Hersteller:in, Importeur:in, Händler:in) gibt, der für die Sicherheit des Produkts verantwortlich ist. Bei der Bewertung der Produktsicherheit hat das Parlament Maßnahmen vorgesehen, die gewährleisten sollen, dass Risiken für besonders schutzbedürftige Verbraucher:innen (z. B. Kinder), geschlechtsspezifische Aspekte und Risiken der Cybersicherheit berücksichtigt werden.

Verantwortliche Unternehmen sollen damit veranlasst werden, ihre Kund:innen bspw. bei Rückrufen besser zu informieren. Käufer:innen sollen zudem einen längeren Garantiezeitraum erhalten: Sie haben den Anspruch, gefährliche Produkte ersetzt, repariert oder den Kaufpreis erstattet zu bekommen.

EU-Verbraucher:innen sollen im ersten Jahr rund eine Milliarde Euro und in den nächsten zehn Jahren über fünf Milliarden Euro einsparen.

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