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In der pulsierenden Welt des Online-Handels sind ständige Veränderungen und schnelle Entwicklungen an der Tagesordnung. Fast täglich gibt es neue Trends, technologische Innovationen oder neue Tools, die die Art und Weise, wie wir online einkaufen, prägen und verändern können. Wer hier den Anschluss verliert, könnte die nächste große Innovation oder den künftig marktbestimmenden Verbraucher:innentrend verpassen: Von neuen Technologien bis hin zu sich wandelnden Kund:innenbedürfnissen – die Branche des E-Commerce ist ein Spiegel unserer digitalisierten Gesellschaft. Wir tauchen deshalb für euch in die Tiefen dieses facettenreichen Marktes ein, filtern die Flut an Informationen und präsentieren euch präzise das Wesentliche.

Wir haben es uns 2024 zur Aufgabe gemacht, euch auf relevante News, wegweisende Entwicklungen und aufkommende Trends hinzuweisen, mit denen ihr eure Strategien schärfen oder einfach nur euer Wissen erweitern könnt. Mit unserem Rundum-Blick auf den Online-Handel bleibt ihr nicht nur informiert, sondern auch inspiriert, um in der vernetzten Welt des E-Commerce stets einen Schritt voraus zu sein. Bleibt auf dem neuesten Stand, denn ein informierter Klick kann den Unterschied ausmachen!

AI-Act

Als Teil der digitalen Strategie der Europäischen Union hat sich das Europaparlament in Zusammenarbeit mit den EU-Staaten am 9. Dezember 2023 auf den sogenannten „AI-Act“ geeinigt: Das weltweit erste KI-Gesetz soll zur strengeren Regulierung von künstlicher Intelligenz beitragen und so die Sicherheit und Rechte der Bürger:innen besser schützen. Es stehen noch die formelle Annahme des Parlaments und des Rats aus, bevor das Gesetz schließlich ratifiziert und endgültig zu EU-Recht wird.

Payback Pay

Im Bereich des mobilen Zahlungsverkehrs hat sich auch in Deutschland etwas getan: Payback Pay ist nun in die DM-App integriert worden, was den Zahlungsprozess für Kund:innen des Drogeriemarktes noch bequemer macht.

Konsum & Nachhaltigkeit

Trotz sich ändernden Konsumverhaltens und wachsenden Umweltbewusstseins bleibt unverpacktes Einkaufen bei den Deutschen weitgehend unbeliebt. Laut einer Yougov-Umfrage haben nur 22 Prozent der Verbraucher:innen schon mal unverpackt eingekauft, während nur fünf Prozent der Befragten angegeben haben, regelmäßig unverpackte Waren einzukaufen.

Drohnenlieferung ist da!

Eine futuristische Note bekommt der Versandhandel durch den Bundesligisten Darmstadt 98, der nun beginnt, Fanartikel via Drohnenlieferdienst „LieferMichel“ zu versenden. Dies könnte bereits ein Vorgeschmack auf zukünftige Liefermethoden von verschiedenen Anbieter:innen sein.

Hinweisgeberschutzgesetz

Indes beklagt der Bundesverband der Verbraucherzentralen, dass sich große Internetplattformen nicht an den neuen Digital Services Act halten, wodurch Verbraucher:innenrechte noch immer nicht ausreichend geschützt seien. Parallel dazu wird außerdem mit dem Hinweisgeberschutzgesetz angestrebt, interne Meldestellen in kleinen und mittelständischen Unternehmen zur Pflicht zu machen, um so Whistleblower besser schützen zu können.

Kostspielige Retouren

Eine aktuelle Studie des Retail Institutes hat herausgestellt, dass Retouren für Unternehmen immer noch eine teure Angelegenheit sind und durchschnittlich zwischen fünf bis zehn Euro pro zurückgeschickten Artikel zusätzliche Kosten verursachen. Das unterstreicht die Notwendigkeit effizienter und nachhaltiger Lösungen in der Logistik.

Wachsende Konkurrenz im E-Commerce

Chinesische Plattformen wie Alibaba, Shein, Temu oder Wish sind bereits fest im europäischen Markt etabliert. Jetzt will mit TikTok der nächste Social-Media-Gigant mit seinem eigenen Onlinemarkt mit einsteigen. Die Anzeichen einer geplanten Einführung noch in diesem Jahr verdichten sich.

Vorsicht geboten bei Temu

Die Verbraucherzentrale warnt Kund:innen davor, beim chinesischen Online-Shop Temu einzukaufen. Grund dafür sind Konsequenzen bei beschädigter oder defekter Ware. Denn in diesem Fall greift die Produkthaftung für den Onlineriesen nicht. Da die Ware aus dem außereuropäischen Ausland kommt, stehen Importeure für jegliche Mängel gerade und im Fall von Temu wären diese dann die Privatkunden selbst.

Die E-Commerce-Branche steckt in der Krise

Handelsexpert:innen prognostizieren ein schwieriges Jahr für Online-Händler:innen. Die Inflation hinterlässt auch ihre Spuren im deutschen Online-Handel: So zeigt eine Umfrage der Digitalberatung „Etribes“ unter 614 Konsument:innen, dass der Preis das wichtigste Kriterium bleibt, während gleichzeitig aber die Lieferzeit als Faktor in der Rangfolge abgerutscht ist. Kund:innen sind inzwischen dazu bereit, deutlich länger zu warten, vorausgesetzt, sie erhalten dafür einen merklich günstigeren Preis. Das wiederum gibt chinesischen Plattformen wie Temu oder Shein Aufwind, da diese Faktoren genau in ihre Geschäftsmodelle hineinspielen.

Community Building mit Galaxus

Digitec Galaxus erlaubt Kund:innen, falsche oder unvollständige Produktdaten selbstständig auszubessern beziehungsweise einzupflegen.

Cybercrime

Die Spezialstaatsanwaltschaft verzeichnete 2023 rund 18.000 Cybercrime-Fälle und damit einen Anstieg von knapp 3.000 Fällen im Vergleich zum Vorjahr. Investitionen in Cybersecurity bleiben somit weiterhin das A und O für Online-Händler:innen.

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  • EU-Kommission will Influencer-Praktiken genauer untersuchen.
  • Sie werden künftig zu mehr Transparenz verpflichtet.
  • Gemeinsam mit nationalen Verbraucher:innenschutzverbänden sollen Postings überprüft werden, die irreführend für Verbraucher:innensollen Postings überprüft werden, die irreführend für Verbraucher:innen sein könnten.

Sie geben uns Sport- und Ernährungstipps empfehlen Kosmetikprodukte wie Shampoos, Seren oder sogar Kollagen-Drinks für ein jüngeres Aussehen oder testen für uns das neuste Tech-Gadget – wir alle kennen sie: Sie lächeln mit ihren makellosen Gesichtern in die Kamera, posieren an schönen Orten und lassen von einem leichteren und schöneren Leben träumen: Influencer. Das Besondere an ihnen: Ihre Follower schenken ihnen großes Vertrauen, bauen eine persönliche Verbindung zu ihnen auf und empfinden ihre Tipps als besonders zuverlässig. Social-Media-Plattformen sind daher längst mehr als nur Kanäle für Kommunikation und Unterhaltung. Sie haben sich zu florierenden Marktplätzen entwickelt, auf denen sowohl Marken als auch Unternehmen ein riesiges Reservoir an potenziellen Kund:innen erschließen können.

Influencer beeinflussen das persönliche Kaufverhalten – das ist für Unternehmen, welche Kooperationen mit den Social Media-Persönlichkeiten eingehen natürlich von Vorteil, aber besonders im Hinblick auf Minderjährige kann dies auch durchaus problematisch sein. Oft erkennt man nicht, ob es sich bei den Postings um eine persönliche Produktempfehlung oder es sich um eine bezahlte Werbepartnerschaft handelt und sie für die Empfehlung schließlich entlohnt wurden. Die Europäische Kommission kündigte deshalb an, in den kommenden Wochen Influencer genauer unter die Lupe zu nehmen und gemeinsam mit nationalen Verbraucher:innenschutzverbänden ihr Marktverhalten zu untersuchen.

Täglich grüßt die Stimme aus dem Smartphone: Verstöße gegen Verbraucher:innenrecht

Influencer-Marketing hat sich laut der EU-Kommission „zu einer tragenden Säule der digitalen Wirtschaft entwickelt“ und wird im Jahr 2023 voraussichtlich einen weltweiten Wert von 19,98 Milliarden Euro erreichen. Mit dem enormen Wachstum der sozialen Medien ist das Influencer Marketing daher nicht länger eine optionale Marketingstrategie, sondern für viele Unternehmen eine notwendige Maßnahme. Die Reichweite der Influencer wächst kontinuierlich – und damit auch ihr Vermarktungspotential.

Die Grundlage ihres Erfolges, ist das Vertrauen, das Menschen ihnen schenken. Es ist ihre Währung, um für Marken, Produkte oder Dienstleistungen Publicity machen. Ob es sich dabei um Werbung oder Empfehlung handelt, ist oft nicht erkennbar. Doch genau dieser Unterschied ist aus Sicht der EU Komission für…  entscheidend für eine fundierte Kaufentscheidung. Daher wird sie zukünftig gemeinsam mit nationalen Verbraucher:innenschutzbehörden Beiträge in sozialen Medien auf irreführende Informationen und andere Rechtsverstöße genauer unter die Lupe nehmen. Schließlich sind sie am Ende Unternehmer:innen. Wie alle Unternehmen, die mit Verbraucher:innen zu tun haben, müssen auch sie sich an die EU-Vorschriften halten, so die Kommission.

 „Das Geschäft der Influencer floriert, und viele Kunden – oft junge Menschen oder sogar Kinder – vertrauen ihren Empfehlungen. Dieses Geschäftsmodell bringt jedoch auch rechtliche Verpflichtungen mit sich. Auch Influencer müssen sich an lautere Geschäftspraktiken halten und ihre Follower haben ein Recht auf transparente und verlässliche Informationen.“

EU-Justizkommissar Didier Reynders 

Kennzeichnungspflicht für Influencer

Primär geht es dabei also um Transparenz bei Wörtern wie „Werbung“ oder „Anzeige“, die auf bezahlte Beiträge hinweisen. Um dies zu vereinfachen, hat die EU einen eigenen „Influencer Legal Hub“ eingerichtet. Dieser bietet Videoschulungen, schriftliche juristische Schriftsätze, Übersichten über wichtige europäische Gesetze und vom Gerichtshof der Europäischen Union entschiedene Fälle sowie Links zu anderen relevanten nationalen Verbraucherschutzbehörden, welche dabei helfen sollen Social Media zu einem transparenten Raum zu machen, in welchem klar zwischen persönlichen Präferenzen und bezahlten Meinungen unterschieden werden kann.

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Ob Haushaltswaren, Elektronik- oder Geschenkartikel – egal, was man gerade braucht, oft folgt die Suche nach den entsprechenden Artikeln online auf Marktplätzen, wie zum Beispiel Amazon oder eBay. Das gilt allerdings nicht überall. In der Schweiz dominiert – noch vor den hiesigen Online-Händler:innen – der führende Elektronik-Marktplatz Galaxus das Handelsgeschehen. Mit einer breiten Produktpalette und einem benutzer:innenfreundlichen Einkaufserlebnis hat sich das Schweizer Unternehmen so inzwischen auch in Deutschland als beliebter Online-Marktplatz etablieren können. Was die Plattform so erfolgreich macht und worauf deutsche Online-Händler:innen achten müssen, wenn sie ihre Waren auf dem Marktplatz verkaufen, hat uns der Schweizer Steuer- und Treuhandexperte der cmt ag Dominik Baldegger erklärt.

Galaxus‘ Ziele in Deutschland

Zusammen mit dem Schwesterunternehmen Digitec und dem Handelsriesen Migros legt Galaxus seit einigen Jahren den Fokus auf den deutschsprachigen Markt. Kein Wunder: Die Umsatzprognose für den E-Commerce allein in Deutschland wird für das Jahr 2023 auf etwa 102,20 Mrd. Euro geschätzt. Galaxus´ Ziel ist es, das erfolgreiche Businessmodell aus der Alpenrepublik in die Top 5 der deutschen Online-Marktplätze zu exportieren. Mit Standorten in Hamburg und Krefeld will Galaxus auch mit der Deutschen Post zusammenarbeiten, um deutschen Kund:innen die gewohnte hohe Qualität der Handelsplattform in puncto schneller Versand gewährleisten zu können.

„Mit Blick auf die jüngere Geschichte des Unternehmens war es Galaxus möglich, sich in einem zolltechnisch weitestgehend geschützten Schweizer Markt zu entwickeln“, erklärt Baldegger. Als eingetragener Partner von Galaxus kümmert sich seine Kanzlei, neben klassischer Buchführung, Umsatzsteuererklärungen und Deklarationen, vor allem um die Beratung von ausländischen E-Commerce-Unternehmen. Aufgrund der frühen Spezialisierung auf Versandshändler:innen in der Schweiz blickt Baldegger mit seinem zehn-köpfigen Team auf einen reichen Erfahrungsschatz zurück.

„Der Plattform war es von Beginn an möglich, ein relativ breites Shop-Sortiment zu einem günstigen Preis anzubieten“, führt Baldegger weiter aus. Weiterhin punkte der Online-Marktplatz mit extremer Versandschnelligkeit und der Qualität der Kund:innenbetreuung. „Same Day Delivery, beziehungsweise Lieferzeiten, wie es deutsche Kunden vielleicht nur von Amazon Prime kennen, gehören bei Galaxus schon von Beginn an zum Standard“, so Baldegger. Uns hat er außerdem verraten, was es für deutsche Online-Händler:innen beim Verkauf von Waren in die Schweiz zu beachten gibt und durch welche weiteren Besonderheiten sich die Plattform auszeichnet.

Die Beziehung der Schweiz zur EU

In der Europäischen Union (EU) sowie der Euro-Zone ist der grenzüberschreitende Handel relativ einfach geregelt. Denn innerhalb der EU fallen beim Warenverkauf ins Ausland keine Zölle, Mehrwertsteuern oder Zollgebühren an. Der Cross-Border E-Commerce mit der Schweiz hingegen kann Online-Händler:innen vor einige Herausforderungen stellen: Als Nicht-EU-Mitglied ist die Alpenrepublik nicht an EU-Vorschriften gebunden. Das bedeutet, dass die Schweiz Gesetze und Vorschriften, die ihre Wirtschaft und Handelsbeziehungen regeln, selbst bestimmt. Um den Handel zwischen der Schweiz und der EU zu vereinfachen, gibt es jedoch verschiedene Abkommen und Partnerschaften, wie unter anderem den freien Personen-, Waren- und Dienstleistungsverkehr.

EU-Hub: Online-Shopping im EU-Raum ohne Nebenwirkungen

Für den Warenverkehr zwischen der Schweiz und der EU sind grundsätzlich zollrechtliche Besonderheiten zu beachten. Damit ist der Einkauf von Produkten online aus dem EU-Raum oft nicht einfach: Es fallen je nach Kaufbetrag Zollgebühren an und auch die Lieferzeit kann sich oft verzögern. Doch beim Verkauf von Waren über Galaxus in die Schweiz gebe es so gut wie keine Hindernisse in der zollrechtlichen Abwicklung, wie Steuerberater Baldegger erklärt. Hierfür habe Galaxus gesorgt: „Der sogenannte ‚EU-Hub‘ wurde von Galaxus als Crossborder-Lösung für Waren aus europäischen Ländern eingeführt und offiziell lizenziert. Dieser ermöglicht auch deutschen Online-Händlern einen unkomplizierten Markteintritt in die Schweiz. Der Versand und Transport selbst wird hierbei komplett von Galaxus übernommen.“ Damit stelle das Schweizer Zoll- und Steuerwesen kein Hindernis mehr dar und deutsche Online-Händler:innen können auf diese Weise den Schweizer Markt erschließen, so Baldegger weiter. „Der Händler schickt dafür seine Waren und Produkte an das eigens dafür geschaffene Versand- und Transportlager in Weil am Rhein und der Rest wird von Galaxus erledigt.“ Vollautomatische Prozesssteuerung für Einkäufe und Retouren werden von der eigens entwickelten Logistik- und Zollsoftware übernommen. Damit müssen sich deutsche Händler:innen nicht mehr den Kopf über Schweizer Zollbestimmungen zerbrechen.

Ob sich die Schweizer Plattform zu einem der fünf beliebtesten Marktplätze in Deutschland entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Die Skalierbarkeit des Erfolgsmodells, das heißt schnelle Lieferzeiten, sehr gute Kommunikation mit den Kund:innen und Transparenz seien mit Sicherheit die Faktoren, die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden werden, so der Schweizer Steuer- und Treuhandexperte.

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Eine neue Initiative des Rates der Europäischen Union sieht Änderungen im bestehenden Widerrufsrecht vor: So sollen Online-Händler:innen unter anderem dazu verpflichtet werden, in Zukunft bei jeder Bestellung einen Widerrufsbutton anzubieten. Wie der E-Commerce Verband darauf reagiert und was sich der Rat der Europäischen Union von einer Umsetzung verspricht, liest du hier im fynax-Blog.

Die neue vorgeschlagene Initiative zielt auf einen verbesserten Verbraucher:innenschutz im digitalen Umfeld ab. Verbraucher:innen sollen durch die Einführung eines Widerrufrechtsbuttons transparenter auf die Möglichkeiten eines Rücktritts aus dem Kaufvertrag hingewiesen werden. Ihre Rechte sollen damit gestärkt werden. Gleichzeitig verspricht sich der Rat der Europäischen Union eine Verringerung von unnötigen Belastungen, gleiche Wettbewerbsbedingungen für Finanzdienstleister:innen im gesamten Binnenmarkt und eine transparentere Kommunikation mit den Verbraucher:innen, wie aus dem Richtlinienentwurf 2022/0147 hervorgeht. Dabei soll der Widerruf bzw. der Rücktritt aus dem Kaufvertrag nur unter Angabe des Namens und der Vertragsnummer über den Widerrufsbutton möglich gemacht werden.

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Soviel erst mal zur Theorie. Doch wie sieht die Sache in der Praxis für Online-Händler:innen aus? Kritik wird vor allem vonseiten des E-Commerce Verbands bevh laut. So kritisieren Vertreter:innen, dass pauschale Gesetzesänderungen den Prozess des Widerrufs zusätzlich verkomplizieren, statt ihn zu vereinfachen. Auch die Handhabung mit Teilbestellungen bzw. Teilwiderrufen sei nicht ausreichend geregelt, wie aus dem Statement des E-Commerce Verbands hervorgeht, denn Teilwiderrufe sind so nicht möglich, entweder alle Artikel einer Bestellung werden storniert oder aber keiner.

Es solle reguliert werden, was bislang kein Problem war, mahnt auch Alien Mulyk, bevh-Leiterin der Public Affairs Abteilung Europa. „Nirgendwo ist die Rückgabe von Waren so einfach wie im E-Commerce. Die zusätzlichen Regeln verschaffen den Kunden also keinerlei Verbesserungen – im Gegenteil. Der Widerruf von Bestellungen wird sogar komplizierter als bereits bestehende Möglichkeiten zu nutzen, beispielsweise über das Kundenkonto oder den Retourenschein. Schon allein aus Gründen der Kundenbindung achtet der Onlinehandel bereits darauf, dass Verbraucher das Widerrufsrecht unkompliziert und nutzerfreundlich ausüben können.“

Es bleibt abzuwarten, wie der Rat der Europäischen Union mit der Kritik des Verbands der Online-Händler:innen umgeht, ob neue Richtlinien eingeführt werden oder die Initiative doch noch einmal angepasst wird. Sicher ist, dass das Widerrufsrecht im Online-Handel auch in naher Zukunft noch ein durchaus wichtiges Themengebiet im Verbraucherschutz sein wird.


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Der Umgang Nordirlands gehörte zu den größten Streitpunkten zwischen London und Brüssel bei den Brexit-Verhandlungen. Vergangene Wochen haben beide Seiten das „Rahmenabkommen von Windsor“ und damit eine Einigung verkündet. Wir haben euch die wichtigsten Punkte zusammengetragen.


Der britischer Premierminister Rishi Sunak hat das geschafft, was seine Amtsvorgänger:innen nicht vermochten: Großbritannien und die Europäische Union haben im jahrelangen Streit über die Brexit-Regeln für Nordirland eine Einigung erzielt. Konkret wird durch das neue Rahmenabkommen das bisherige Nordirland-Protokoll entscheidend verändert und soll den Warenverkehr auf den britischen Inseln erleichtern, wie EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen und der britische Premierminister Sunak auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Windsor erklärten.

Was ist das Nordirland-Protkoll?

Das Protokoll zu Irland/Nordirland wurde als integraler Bestandteil des Austrittsabkommens von der EU und dem Vereinigten Königreich gemeinsam beschlossen und ratifiziert. Es war einer der strittigen Fragen hinsichtlich der Beziehungen zwischen Brüssel und London – dabei hatte es das Ziel, Komplikationen in Nordirland nach dem Austritt zu verhindern, Frieden sowie Stabilität im Land zu wahren und gleichzeitig die Integrität des EU-Binnenmarkts aufrechtzuerhalten.

Durch den Brexit hat Großbritannien auch die Zollunion und den Binnenmarkt verlassen, es musste also eine Zollgrenze her. Diese würde dann aber logischerweise zwischen dem EU-Mitglied Irland und dem zum Vereinigten Königreich gehörenden Nordirland verlaufen. Allerdings untersagt das sogenannte “Karfreitagsabkommen” eine harte Grenze auf der irischen Insel.

Also wurden spezielle Regeln für Nordirland im sogenannten Nordirland-Protokoll festgelegt. Dieses sieht vor, dass die Zollgrenze zwischen Großbritannien und der EU an einer imaginären Grenze verläuft, die in der Irischen See liegt. De facto finden diese Kontrollen in den Häfen statt. Nordirland (anders als England, Schottland und Wales) sollte nämlich weiter den Regeln des europäischen Binnenmarkts folgen, um eine harte Grenze und damit Grenzkontrollen zwischen beiden Ländern zu vermeiden.

Was verändert sich durch den Deal in der Praxis?

Nach dem bisherigen Brexit-Abkommen müssen bestimmte Waren kontrolliert werden, wenn sie von Großbritannien nach Nordirland gelangen. Diese Waren werden bei ihrer Ankunft in den Häfen kontrolliert und können anschließend weiter nach Irland. „Nordirland wird damit zollrechtlich weiter als ein Teil der EU behandelt“, erklärt Zoll- und Außenwirtschaftsexperte Markus Bitzer. „Dies führte zu Problemen des Warenverkehrs zwischen Nordirland und Großbritannien.“

Im Windsor-Abkommen sollen die Waren künftig über zwei Fahrspuren zollrechtlich getrennt werden: Britische Waren, die ausschließlich für Nordirland bestimmt sind, kommen auf die grüne Spur, sodass keine Kontrollen und nur minimaler Papierkram erforderlich sind. Waren, die aus der EU nach GB (oder umgekehrt) transportiert werden, sollen vom Zoll weiterhin in den nordirischen Häfen kontrolliert werden. „Die neue Einigung erleichtert damit den Warenverkehr zwischen Nordirland und Großbritannien. Aber eben nur zwischen diesen beiden. Der Handel zwischen der EU und Großbritannien wird dadurch nicht beeinflusst. Für den E-Commerce aus der EU bedeutet dies weiterhin genau zu schauen, wo die Kunden sitzen und welchen Transportweg die Waren nehmen“, meint Zollexperte Bitzer.

Nun bleibt es abzuwarten, was in den kommenden Wochen in der Sitzung des Gemeinsamen Ausschusses der EU und des Vereinigten Königreichs im Rahmen des Austrittsabkommens beschlossen wird. Außerdem müssen sowohl das britische Parlament, als auch die EU-Staaten der Einigung zustimmen. 

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© Dmytro Yarmolin via iStock

In Zeiten der Digitalisierung und des Online-Shoppings will die EU ihre Sicherheitsstandards stärken: Online-Händler:innen sollen mehr Verantwortung für die von ihnen verkauften Produkte übernehmen und ihre Kund:innen etwa bei Rückrufen besser und schneller informieren. Hierauf haben sich die EU-Mitgliedsstaaten und das EU-Parlament geeinigt.


☑️Weniger unsichere Produkte auf dem EU-Markt

💻Neue Pflichten für Online-Shops

💶1 Milliarde Euro Einsparungen im ersten Jahr


Unterhändler:innen des Europaparlaments und der EU-Staaten haben sich auf strengere Regeln zum Schutz von Verbraucher:innen und bei Online-Käufen geeinigt. In den Lieferketten etwa sollen Online-Händler:innen und andere Unternehmen künftig mehr Verantwortung für die von ihnen verkauften Produkte tragen, wie aus der Einigung hervorgeht. Dabei sollen unter anderem gefährliche Produkte zügiger aus dem Verkehr (auch von Online-Marktplätzen) gezogen werden.

Gewährleistung höherer EU-Sicherheitsstandards

Produkte, die in der EU gehandelt werden, unterliegen allgemeinen Sicherheitsanforderungen. Um mit den Herausforderungen der Digitalisierung und der zunehmenden Zahl von Waren und Produkten, die online verkauft werden, Schritt zu halten, sind die geltenden allgemeinen Produktsicherheitsvorschriften jedoch nicht mehr geeignet, um den aktuellen digitalen und technologischen Entwicklungen und Herausforderungen gerecht zu werden.

Mit der Umwandlung der Richtlinie über die allgemeine Produktsicherheit (2001/95/EG) aus dem Jahr 2001 in eine Verordnung, wurden die Vorschriften für alle Wirtschaftsakteur:innen (Hersteller:innen, Einführer:innen und Händler:innen) modernisiert und für Online-Unternehmen und Online-Marktplätze aktualisiert.

Denn durch Waren, die bei Online-Händler:innen auf Marktplätzen wie Amazon gekauft und aus einem Drittstaat angeführt würden, gelangten viele Produkte in den Binnenmarkt, die nicht den EU-Sicherheitsstandards entsprächen, erklärte die Vorsitzende des Binnenmarktausschusses im EU-Parlament, Anna Cavazzini (Grüne).

Bessere Rückrufe & längere Garantien

Nach den vereinbarten Regeln kann ein Produkt nur dann verkauft werden, wenn es einen in der EU ansässigen Wirtschaftsbeteiligten (z. B. Hersteller:in, Importeur:in, Händler:in) gibt, der für die Sicherheit des Produkts verantwortlich ist. Bei der Bewertung der Produktsicherheit hat das Parlament Maßnahmen vorgesehen, die gewährleisten sollen, dass Risiken für besonders schutzbedürftige Verbraucher:innen (z. B. Kinder), geschlechtsspezifische Aspekte und Risiken der Cybersicherheit berücksichtigt werden.

Verantwortliche Unternehmen sollen damit veranlasst werden, ihre Kund:innen bspw. bei Rückrufen besser zu informieren. Käufer:innen sollen zudem einen längeren Garantiezeitraum erhalten: Sie haben den Anspruch, gefährliche Produkte ersetzt, repariert oder den Kaufpreis erstattet zu bekommen.

EU-Verbraucher:innen sollen im ersten Jahr rund eine Milliarde Euro und in den nächsten zehn Jahren über fünf Milliarden Euro einsparen.

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