• EU-Kommission will Influencer-Praktiken genauer untersuchen.
  • Sie werden künftig zu mehr Transparenz verpflichtet.
  • Gemeinsam mit nationalen Verbraucher:innenschutzverbänden sollen Postings überprüft werden, die irreführend für Verbraucher:innensollen Postings überprüft werden, die irreführend für Verbraucher:innen sein könnten.

Sie geben uns Sport- und Ernährungstipps empfehlen Kosmetikprodukte wie Shampoos, Seren oder sogar Kollagen-Drinks für ein jüngeres Aussehen oder testen für uns das neuste Tech-Gadget – wir alle kennen sie: Sie lächeln mit ihren makellosen Gesichtern in die Kamera, posieren an schönen Orten und lassen von einem leichteren und schöneren Leben träumen: Influencer. Das Besondere an ihnen: Ihre Follower schenken ihnen großes Vertrauen, bauen eine persönliche Verbindung zu ihnen auf und empfinden ihre Tipps als besonders zuverlässig. Social-Media-Plattformen sind daher längst mehr als nur Kanäle für Kommunikation und Unterhaltung. Sie haben sich zu florierenden Marktplätzen entwickelt, auf denen sowohl Marken als auch Unternehmen ein riesiges Reservoir an potenziellen Kund:innen erschließen können.

Influencer beeinflussen das persönliche Kaufverhalten – das ist für Unternehmen, welche Kooperationen mit den Social Media-Persönlichkeiten eingehen natürlich von Vorteil, aber besonders im Hinblick auf Minderjährige kann dies auch durchaus problematisch sein. Oft erkennt man nicht, ob es sich bei den Postings um eine persönliche Produktempfehlung oder es sich um eine bezahlte Werbepartnerschaft handelt und sie für die Empfehlung schließlich entlohnt wurden. Die Europäische Kommission kündigte deshalb an, in den kommenden Wochen Influencer genauer unter die Lupe zu nehmen und gemeinsam mit nationalen Verbraucher:innenschutzverbänden ihr Marktverhalten zu untersuchen.

Täglich grüßt die Stimme aus dem Smartphone: Verstöße gegen Verbraucher:innenrecht

Influencer-Marketing hat sich laut der EU-Kommission „zu einer tragenden Säule der digitalen Wirtschaft entwickelt“ und wird im Jahr 2023 voraussichtlich einen weltweiten Wert von 19,98 Milliarden Euro erreichen. Mit dem enormen Wachstum der sozialen Medien ist das Influencer Marketing daher nicht länger eine optionale Marketingstrategie, sondern für viele Unternehmen eine notwendige Maßnahme. Die Reichweite der Influencer wächst kontinuierlich – und damit auch ihr Vermarktungspotential.

Die Grundlage ihres Erfolges, ist das Vertrauen, das Menschen ihnen schenken. Es ist ihre Währung, um für Marken, Produkte oder Dienstleistungen Publicity machen. Ob es sich dabei um Werbung oder Empfehlung handelt, ist oft nicht erkennbar. Doch genau dieser Unterschied ist aus Sicht der EU Komission für…  entscheidend für eine fundierte Kaufentscheidung. Daher wird sie zukünftig gemeinsam mit nationalen Verbraucher:innenschutzbehörden Beiträge in sozialen Medien auf irreführende Informationen und andere Rechtsverstöße genauer unter die Lupe nehmen. Schließlich sind sie am Ende Unternehmer:innen. Wie alle Unternehmen, die mit Verbraucher:innen zu tun haben, müssen auch sie sich an die EU-Vorschriften halten, so die Kommission.

 „Das Geschäft der Influencer floriert, und viele Kunden – oft junge Menschen oder sogar Kinder – vertrauen ihren Empfehlungen. Dieses Geschäftsmodell bringt jedoch auch rechtliche Verpflichtungen mit sich. Auch Influencer müssen sich an lautere Geschäftspraktiken halten und ihre Follower haben ein Recht auf transparente und verlässliche Informationen.“

EU-Justizkommissar Didier Reynders 

Kennzeichnungspflicht für Influencer

Primär geht es dabei also um Transparenz bei Wörtern wie „Werbung“ oder „Anzeige“, die auf bezahlte Beiträge hinweisen. Um dies zu vereinfachen, hat die EU einen eigenen „Influencer Legal Hub“ eingerichtet. Dieser bietet Videoschulungen, schriftliche juristische Schriftsätze, Übersichten über wichtige europäische Gesetze und vom Gerichtshof der Europäischen Union entschiedene Fälle sowie Links zu anderen relevanten nationalen Verbraucherschutzbehörden, welche dabei helfen sollen Social Media zu einem transparenten Raum zu machen, in welchem klar zwischen persönlichen Präferenzen und bezahlten Meinungen unterschieden werden kann.

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Daten, Daten und noch mehr Daten – in Unternehmen können sie sehr vielfältig, aber auch unübersichtlich sein. Diese zu sammeln, in Dashboards zu visualisieren und auszuwerten, ist für den Erfolg und die Zukunft eines jeden Unternehmens essenziell. Das weiß auch Andreas Fischer, CEO von minubo.  Wie die All-in-one Business Intelligence Software Struktur und Transparenz ins Datenchoas von E-Commerce Unternehmen bringen will, erklärt Andreas unseren Podcast-Hosts Nadja Müller und Saravanan Sundaram in der neuen Folge von Thanks for Shopping.

Vor seiner aktuellen Position als CEO bei minubo hat Andreas bei studiVZ gearbeitet und hatte schließlich seinen endgültigen Einstieg in die Start-Up Welt als Mitbegründer des Curated-Shopping Anbieters Modomoto. Durch seine Erfahrungen im Bereich E-Commerce weiß Andreas worauf was es bei einer „All In One Business Intelligence Lösung“ ankommt: Unternehmensoptimierung durch die zentrale Sicherung und transparente Auswertung von Unternehmensdaten aus allen Unternehmensbereichen. Oder wie es Andreas selbst beschreibt: „minubo macht aus Datenchaos Business Outcome“. minubo ist besonders für E-Commerce Händler:innen und mittelständische Unternehmen interessant, da das Datenauswertungsprogramm dabei hilft, Marketing-Prozesse zu optimieren, die Effizienz des Unternehmens zu steigern und auf Veränderungen im Markt entsprechend zu reagieren.

In der neuen Folge von Thanks for Shopping geht Andreas auf die Struktur und die Anwendung des Datenprogramms ein und erklärt, wieso Transparenz und Datenzugänglichkeit für jede:n Online-Händler:in auf der Agenda stehen sollte und veranschaulicht, wie die Anwendung bei der Multichannel und trendorientierten Expansion deines Online-Shops helfen kann.


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Die eigene Wohnung bei Airbnb vermieten oder den Keller ausräumen und unbrauchbare Gegenstände auf eBay Kleinanzeigen verkaufen – viele Privatverkäufer:innen nutzen diese und andere Plattformen, um Gegenstände zu verkaufen, jedoch ist es unwahrscheinlich, dass darüber Buch geführt wird. Warum das aber mit dem neuen Steuertransparenzgesetz und der damit einhergehenden Meldepflicht, die 2023 in Deutschland in Kraft getreten ist, wichtig werden dürfte und welche Ausnahmeregelungen es gibt, erzählen wir dir heute im fynax-Blog.

Steuertransparenz für Plattformbetreiber:innen und Privatverkäufer:innen

Das neue Steuertransparenzgesetz folgt der EU-Richtlinie 2021/514 und regelt unter anderem die Meldepflicht von Plattformbetreiber:innen wie Amazon oder eBay, private Dienstleistungen und Veräußerungsgeschäfte bis zum 31.01.2024 an das Bundeszentralamt für Steuern zu melden. Betreiber:innen digitaler Plattformen sind somit auch dazu verpflichtet, Informationen über Einkünfte von Privatpersonen den zuständigen Finanzbehörden mitzuteilen, sofern die dafür vorgesehenen Voraussetzungen erfüllt sind. Um in diesem Prozess auch ausländische Anbieter:innen erfassen zu können, soll es einen automatisierten Informationsaustausch zwischen den EU-Mitgliedsstaaten geben. Doch ab wann greift das Steuertransparenzgesetz eigentlich? Und bist du als Privatverkäufer:in auch davon betroffen?

Betrifft das Steuertransparenzgesetz mich als Privatverkäufer:in?

Generell gilt: alle gewerblichen Nutzer:innen bzw. Einzelhändler:innen müssen von den Plattformen mit einer Übersicht über die getätigten Verkäufe an das Bundeszentralamt für Steuern gemeldet werden. Davon sind vor allem Plattformen wie eBay, Amazon, Airbnb oder Facebook Marketplace betroffen. Es gibt aber gewisse Grundvoraussetzungen, die bei privaten Verkäufer:innen erfüllt sein müssen, bevor die Daten auch an das Finanzamt weitergeleitet werden: Das Steuertransparenzgesetz greift bei Privatverkäufer:innen erst dann, wenn mehr als 30 Verkäufe und mehr als 2.000 Euro Verkaufserlös pro Kalenderjahr erwirtschaftet wurden. In diesem Fall werden die folgenden Daten der Verkäufer:innen an das Finanzamt gemeldet:

  • Name
  • Adresse
  • Bankverbindung
  • Steuer-ID
  • Verkaufserlöse, sowie Gebühren und Provisionen der jeweiligen Plattform

Ausnahmeregelungen

Wie so oft gibt es aber auch hier Ausnahmeregelungen: auch wenn mehr als 30 Verkäufe bzw. mehr als 2.000 Euro Verkaufserlös erwirtschaftet wurden, geht es in der Regel um die Art der verkauften Gegenstände. Denn Gegenstände des täglichen Gebrauchs, wie zum Beispiel Elektronikgeräte oder PKWs dürfen weiterhin steuerfrei von Privatanbieter:innen über die Plattformen verkauft werden. Der Begriff „täglicher Gebrauch“ ist hier im übertragenen Sinne zu verstehen, eine regelmäßige Nutzung der Gegenstände ist ausreichend, auch wenn der Gesetzgeber das nicht näher definiert. Gegenstände, die nicht täglich oder regelmäßig gebraucht werden, wie etwa eine Münzsammlung oder Antiquitätensammlung, dürften unter die Besteuerungsregelung fallen.

Ein Urteil des Bundesfinanzhofs in einem Fallbeispiel über Online-Verkäufe auf der Plattform eBay könnt ihr hier lesen.

In jedem Fall ist es empfehlenswert als Privatverkäufer:in Buch zu führen und Informationen zu Datum, Einkaufs-/Verkaufspreis, sowie Kosten und Gewinn mit entsprechenden Nachweisen zu hinterlegen. Die Meldepflicht der jeweiligen Plattformbetreiber:innen muss bis zum 31.01.2024 erfolgen.


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Im Rahmen der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen hat sich Deutschland verpflichtet, ausbeuterische Arbeit in all ihren Formen bis 2025 ein Ende zu setzen. Hierfür ist nun am 1. Januar 2023 das sogenannte Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, kurz Lieferkettengesetz in Kraft getreten. Zum ersten Mal werden Unternehmen in Deutschland damit verpflichtet, ihre Liefer- und Wertschöpfungsketten zu analysieren und Menschenrechte einzuhalten.

Unübersichtliche Lieferketten, beispielsweise in der Textilproduktion, sollen transparenter gestaltet werden, um einheitliche Standards bei Menschenrechten und Umweltschutz im Herstellungs- und Lieferprozess zu gewährleisten. Auch in der EU soll in den kommenden Jahren eine europaweit verbindliche Gesetzesgrundlage für alle Mitgliedsstaaten folgen.

Das Lieferkettengesetz garantiert unter anderem eine der Öffentlichkeit zugängliche Übersicht über die verschiedenen Lieferstationen im In- und Ausland, sowie einen Kontrollmechanismus für die Einhaltung der Sorgfaltspflicht großer Unternehmen. Im Detail sollen hierbei die Transparenz über die verschiedenen Stationen des Fertigungsprozesses gestärkt werden und Menschenrechte und Umweltschutzregeln über die gesamte Lieferkette eingehalten werden. Das heißt unter anderem, dass das Gesetz Kinderarbeit und Ausbeutung vorbeugen, sowie illegale Abholzung, Wasser- oder Luftverschmutzung unterbinden will. Doch wie sieht die Praxis aus? Wen betrifft das Lieferkettengesetz? Und: auf welche Details müssen vor allem Unternehmen achten?


Wer ist wann betroffen?

Das Lieferkettengesetz betrifft alle Unternehmen mit Sitz in Deutschland, die mehr als 3000 Mitarbeiter:innen beschäftigen. Zurzeit sind das in etwa 900 Großunternehmen und deren unmittelbare und mittelbare Zulieferer. Ab 2024 wird das LkSG aber auch Unternehmen betreffen, die mindestens 1000 Mitarbeiter:innen beschäftigen.

Betrifft mich das als Onlinehändler:in überhaupt?

Als Onlinehändler:in bist du wahrscheinlich nicht direkt von dem Gesetz betroffen. Aber Achtung: du könntest indirekt verpflichtet sein, denn es gilt für dich auch dann, wenn du Bestandteil der Lieferkette eines Unternehmens bist. Global Player wie Amazon, eBay, Otto, Zalando und Co. müssen das Gesetz einhalten. Verkaufst du über diese Plattformen deine Waren auf Rechnung der Plattformbetreiber:innen, können diese dich dazu verpflichten, dass du die Vorgaben einhältst. Vertreibst du deine Waren über diese Marktplätze aber auf eigene Rechnung, dann gilt das Gesetz für dich nicht.

Was muss ich tun?

Sofern du das Gesetz wegen deiner Beschäftigtenanzahl oder einer vertraglichen Verpflichtung durch die Marktplatzbetreiber:innen einhalten musst, hast du bestimmte Pflichten:

1. Einrichtung eines Risikomanagements.
2. Ernennung eines:r Menschrechtsbeauftragten
3. Regelmäßige Risikoanalyse der Lieferketten: dabei musst du tatsächliche und potenziell nachteilige Auswirkungen ermitteln und beheben
4. Abgabe einer „Grundsatzerklärung“ zur Achtung der Menschenwürde
5. Präventionsmaßnahmen gegenüber unmittelbaren Zulieferern. Hast Du Anhaltspunkte dafür, dass es zu Verstößen kommt, musst du auch präventiv gegen mittelbare Zulieferer vorgehen.
6. Leistung von Abhilfe bei Verstößen.
7. Einrichtung eines öffentlich zugänglichen und transparenten Beschwerdeverfahrens.
8. Umfangreiche Dokumentation der Lieferketten.
9. Jährliche Berichterstattung an das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), spätestens vier Monate vor Ende des jeweiligen Geschäftsjahrs.
10. Veröffentlichung des jährlichen Berichts für sieben Jahre auf der Unternehmensseite
11. Beantwortung des 35-seitigen Fragenkatalogs des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle
12. Regelmäßig stattfindende Praxischecks der Lieferketten.

Wo liegen die Probleme?

Unternehmen stehen bei der Umsetzung der Auflagen vor großen Herausforderungen: Das Lieferkettengesetz ist vor allem eine bürokratische Herausforderung und ein erhöhter Mehraufwand, der natürlich auch mit Kosten in der Umsetzung verbunden ist. Denn es reicht zum Beispiel nicht, wenn du dir von deinen Lieferant:innen schriftlich bestätigen lässt, dass sie die Grundsätze einhalten. Im Zweifelsfall musst du dies auch selbst überprüfen und transparent nachweisen.

Was passiert, wenn ich mich nicht an die Pflichten halte?

Du solltest die Sorgfaltspflichten aus dem Lieferkettengesetz nicht ignorieren. Auch wenn die Bußgelder für dich als kleinere:n Händler:in wahrscheinlich nicht so hoch ausfallen, kann das Bundesamt bei Verstößen mit Bußgeldern von bis zu 2 Prozent des Jahresumsatzes ahnden, sowie mit dem Ausschluss des Unternehmens bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen.

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Die größten Nachteile eines Onlineshops – und wie du sie überwindest

Der E-Commerce boomt und jede:r Händler:in möchte ein Stück vom großen Kuchen abbekommen. Die Vorteile eines Online Shops für Unternehmen liegen schließlich auf der Hand: rund um die Uhr shoppen, effiziente Ansprache von Kund:innen, geringe Unterhaltskosten und vieles mehr. Was allerdings auch zur Wahrheit gehört: Der Betrieb eines Onlineshops bietet nicht nur Vorteile.

Es ist sogar besonders wichtig, sich der Nachteile eines Onlineshops bewusst zu sein. Zum einen, um möglichst genau zu wissen, worauf man sich einlässt, wenn man im E-Commerce nicht nur durchstarten, sondern auch durchhalten will. Zum anderen, um eben diese Nachteile geschickt auszugleichen und sogar gewinnbringend zu überwinden.

Hier erfährst du, welche Probleme im E-Commerce auftreten können und welche Vor- und Nachteile eines Onlineshops sich gegenseitig beeinflussen.

Nachteil 1: Kein physischer Kontakt mit den Waren möglich

Deine Kund:innen sehen deine Waren nur auf einem Display und können die angebotenen Produkte nicht in die Hand nehmen, anprobieren, auftragen oder beschnuppern. Das mag bei klassischer Handelsware nicht so relevant sein. Doch wenn Deine Kund:innen einzigartige Waren, eigens angefertigte Unikate, Kleidung oder gar Parfums nur online in Augenschein nehmen können, fühlt sich das Onlineshopping etwas nachteilig an.

Tipp 1: Multimedia für mehr Erlebbarkeit einbinden

Du solltest versuchen, dein Produkt aus allen Perspektiven zu fotografieren und auch ins Verhältnis zu anderen Gegenständen zu setzen. So bekommen deine Kund:innen einen Eindruck davon, wie groß es ist.

Idealerweise bietest du nicht nur statisches Bildmaterial zur Ansicht, sondern zeigst dein Produkt auch im Video. Auf diese Weise können Interessent:innen noch besser nachvollziehen, was sie da vor sich haben.

In Zukunft wird außerdem die VR-Technologie eine immer wichtigere Rolle spielen, um Produkte für Zielgruppen erlebbarer zu machen – Mister Spex nutzt die Technologie beispielsweise seit Jahren, um Brillenmodelle live auf die Köpfe der Websitebesucher zu zaubern.

Doch egal, welche Medien und Technologien du als Extras nutzt, um dein virtuelles Schaufenster attraktiver zu machen: Zuallererst kommt es immer auf die unverzichtbaren Basics an.

Es geht nichts über möglichst detaillierte Produktbeschreibung. Leidenschaftslose Aufzählungen von Eigenschaften, Materialien und technischen Features wirken sofort abschreckend. Wenn du Produktbeschreibungen selbst schreibst oder sie anfertigen lässt, hast du obendrein die Chance, dir damit eine distinktive Markenidentität aufzubauen.

Nachteil 2: Unsicherheiten, Vorurteile und Misstrauen auf Kund:innenseite

Die Tatsache, dass deine Kund:innen etwas im Voraus bezahlen sollen und erst nach einigen Tagen erhalten, kann so manche (berechtigte) Zweifel schüren. Kund:innen wissen besonders bei kleineren Shops nicht, ob sie den Betreiber:innen trauen können.

In dieser Hinsicht machen sich einige kleinere Händler:innen auch unnötig selbst das Leben schwer, indem sie wenig kund:innenfreundliche, schwer auffindbare oder unverständliche Retourenbestimmungen anbieten.

Interessent:innen verlieren ganz schnell die Lust auf eine Bestellung, wenn sie nicht ein rundherum gutes Gefühl dabei haben.

Zudem kann es auch qualitative Bedenken geben, ob die Produkte wirklich halten, was sie versprechen. Das gilt für so ziemlich alle Artikel, die nicht von einer halbwegs bekannten Marke stammen.

Tipp 2: Demonstriere Vertrauenswürdigkeit und Transparenz

Vertrauen ist eigentlich etwas, das du nicht von heute auf morgen aufbauen kannst. Damit du online erfolgreich verkaufen kannst, musst du aber eine ganze Menge unbekannter Personen in kurzer Zeit von deiner Seriosität überzeugen.

Das gelingt dir zum einen mit vertrauenswürdigen, bekannten Prüfsiegeln. Wenn du authentische positive Rezensionen erhältst, dann nutze sie gern an prominenter Stelle für dich.

Nichts überzeugt Kund:innen so sehr wie andere Kund:innen. Hierbei gilt jedoch absolut das Gebot der Echtheit: Überschwänglich lobende Fake-Rezensionen durchschauen die meisten Menschen sofort.

Zudem kannst du trotz rein virtueller Präsenz durchaus Transparenz und Nahbarkeit vermitteln: Biete zum Beispiel eine Telefonnummer an, über die sich deine Kund:innen melden können, und kreiere eine „Über uns“-Seite. So zeigst du, dass echte Menschen hinter den Angeboten stehen, und unterstreichst, dass man dir und deinem Unternehmen vertrauen kann.

Nachteil 3: Zu wenig Beratung und Kommunikation

Besonders bei hochpreisigen Produktklassen möchten viele Kund:innen nicht ohne intensive Beratung kaufen. Komplexe, erklärbedürftige und individualisierbare Artikel wie Handys oder Computer können so manchen Interessenten rasch überfordern: zum einen, weil es so viele technologische Detailfragen zu klären gibt, um das bestmöglich passende Modell zu finden; zum anderen, weil es eine solche Masse von Angeboten gibt, dass die Entscheidungsfindung allein fast unmöglich scheint.

Ladengeschäfte haben hier den Vorteil, eine im wahrsten Sinne des Wortes greifbare Verkaufs- und Beratungsperson bereitstellen zu können. Allzu viele Onlineshops hingegen bieten nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme sowie Entscheidungsfindung. Das reduziert in jedem Fall die Conversion-Rate.

Tipp 3: Statische, dynamische und persönliche Beratungsangebote schaffen

Um deine Kund:innen mit allen Informationen zu versorgen, die sie am Ende von einem Kauf bei dir überzeugen, solltest du zunächst einmal statische Beratungsinhalte kreieren. Neben detaillierten Produktbeschreibungen sind FAQs zu Produktgruppen, einzelnen Artikeln sowie dem allgemeinen Bestellprozess in deinem Shop sehr nützlich. Auch ein Video kann diese Funktion erfüllen.

Welche Fragen deine Interessent:innen konkret umtreiben, findest du recht leicht und komfortabel mit SEO-Anwendungen wie Google Suggest, Answer The Public oder Also Asked heraus.

Hast du die statischen Inhalte sauber aufbereitet, kannst du auch über eine dynamische und individualisierte Form der Beratung nachdenken. Hierfür bieten sich zuallererst die Bereitstellung einer Telefonnummer und Mailadresse oder sogar die Implementierung eines Live-Chats an. Du solltest dir allerdings bewusst sein, dass diese Maßnahmen mit hohen Personalkosten verbunden sind.

Eine weitere Möglichkeit bietet die Einbindung eines Filter- und Abfragesystems. Verkaufst du also Computer, könntest du den Interessent:innen eine simple Multichoice-Navigation anbieten und fragen, ob sie etwa einen Einsteiger-PC oder einen High-End-Rechner suchen, wie viel Geld sie ungefähr auszugeben bereit sind und so weiter. Nach diesem Muster verfeinerst du die Suche sukzessive, bis deine Kund:innen bei einer passenden Produktauswahl angelangen.

Nachteil 4: Kostspieliges und nerviges Widerrufsrecht

Es gibt Branchen, in denen die Quote der retournierten Pakete bei rund 50 Prozent liegt. Vor allem in der Bekleidungsbranche ist es gang und gäbe, dass sich Menschen mindestens zwei bis drei Größen des gleichen Artikels bestellen, um zu Hause herumzuprobieren, was am besten passt.

Kund:innen nehmen ihr 14-tägiges Widerrufsrecht gern und regelmäßig in Anspruch, weil die meisten Händler:innen nicht nur den Kaufpreis erstatten, sondern auch die Versandkosten übernehmen. Zudem erweitern viele Onlineshops das Widerrufsrecht freiwillig und setzen somit andere Shopbetreiber:innen noch mehr unter Druck. Das verursacht signifikante Kosten und ein hohes Arbeitsaufkommen, dem man je nach Produktgruppe im E-Commerce kaum entgehen kann.

Tipp 4: Kulanz schafft langfristig Kund:innenbindung

Die Gründe für einen Widerruf können vielfältig sein: falsche Größe, unerwünschte Eigenschaften, nicht erwartete Farbe und vieles mehr. Du solltest zunächst alle Maßnahmen ergreifen, um zu verhindern, dass es überhaupt zu übermäßig vielen Retouren kommt, nur weil deine Kund:innen nicht ausreichend über die Eigenschaften deiner verkauften Waren informiert sind.

Ansonsten ist der Umgang mit dem Widerrufsrecht ein zweischneidiges Schwert. Es gibt einen klar gesteckten rechtlichen Rahmen, von dem du nicht abweichen darfst. Tricks und fadenscheinige Praktiken, um deinen Kund:innen die Retoure zu erschweren, werden nach hinten losgehen und deine Kaufinteressent:innen letztlich nur vergraulen. Zeige dich lieber kulant und akzeptiere, dass das Widerrufsrecht nun einmal dazugehört.

Niemand sollte es bereuen müssen, wenn er deinem Shop eine Chance gibt und aus welchen Gründen auch immer den Artikel am Ende nicht behalten möchte.

Nachteil 5: Rechtliche Risiken im Onlinehandel

Es ist heutzutage sehr einfach, einen Onlineshop ins Leben zu rufen. SaaS-Lösungen wie Shopify sind so simpel gestaltet, dass es kaum einen Tag braucht, um live zu gehen. Um einen Shop rechtskonform zu betreiben, musst du aber ein bisschen mehr beachten: AGB, Widerrufsrecht, Datenschutz, Impressum, Steuerrecht, Buchhaltung und vieles mehr.

Verstößt du gegen gesetzliche Grundlagen, kann dies empfindliche Strafen nach sich ziehen. Und die Rechtslage im E-Commerce kann ganz schön kompliziert sein, insbesondere wenn du international tätig bist.

Tipp 5: Externe Beratung einholen

Deinen Shop rechtskonform aufzustellen, ist kein Hexenwerk, wohl aber eine Fleißarbeit – sofern du dich selbst um die Aufsetzung aller relevanten Richtlinien kümmerst. Du kannst es dir aber auch leichter machen sowie auf Nummer sicher gehen und dir externe Beratung dazu holen.

Hier zahlt sich die Zusammenarbeit mit spezialisierten Anwält:innen aus. Gerade weil sich bestimmte Vorschriften im Laufe der Zeit ändern können.

Die Konsultation verursacht natürlich Kosten. Dafür erhältst du jedoch eine nicht zu unterschätzende gedankliche Freiheit von rechtlichen Aspekten und kannst dich auf dein Kerngeschäft konzentrieren.

Nachteil 6: Nicht für alle Geschäftsfelder geeignet

Die Nachteile eines Onlineshops liegen manchmal unvermeidlich im Geschäftsfeld begründet. Wenn du etwa verderbliche Waren über das Internet verkaufst, ist dies logistisch deutlich anspruchsvoller als der Verkauf von Produkten, die problemlos ein paar Tage durchs Land befördert werden können.

Das ist zum Beispiel der Fall, wenn du eine Schlachterei in traditionellem Familienbetrieb ins digitale Zeitalter überführst: Du musst irgendwie sicherstellen, dass deine Ware in der gleichen Qualität bei Besteller:innen ankommt, wie sie über die gute alte Ladentheke wandert.

Zudem gibt es manche Produkte, die einfach zu günstig sind und bei denen die Versandkosten sogar den Warenwert übersteigen.

Tipp 6: Aus Schwächen Stärken machen, aber Grenzen erkennen

Wenn der Versand deiner Ware zeitkritisch und komplex ist, dann spricht nichts dagegen, deine Websitebesucher:innen vor dem Kaufabschluss darauf aufmerksam zu machen. Im Gegenteil, das gibt dir sogar die Möglichkeit, dich als umsichtiger, qualitätsbewusster Shop zu präsentieren.

Im Falle der traditionellen Schlachterei könntest du deinen Interessent:innen also beispielsweise Einblick in die Herstellungsprozesse geben und dabei erläutern, warum es gegebenenfalls nur zwei feste Versandtage pro Woche gibt, sodass Onlineshopper:innen vielleicht einfach mal ein paar Tage mehr auf Ihr Paket warten müssten. Das macht dich nahbarer und zieht Besucher:innen idealerweise auf deine Seite.

Du solltest den nötigen Weitblick entwickeln, um zu entscheiden, welche Produkte wirklich in das Sortiment deines Onlineshops passen. Sehr günstige Artikel könntest du zu Bundles zusammenfassen, damit sich der Kauf trotz etwaiger Versandkosten noch lohnt.

Manchmal muss man sich aber auch eingestehen, dass es für bestimmte Produkte wenig bis keine Nachfrage über das Internet geben wird.

Fazit

Dass ein Onlineshop Vor- und Nachteile bieten kann, wird im allgemeinen Hype um den E-Commerce manchmal vergessen. Viele Nachteile von Onlineshops lassen sich jedoch ausgleichen, vielleicht sogar gewinnbringend überwinden, zumindest aber abfedern, wenn du umsichtig agierst und die richtigen Maßnahmen ergreifst.

Da nicht alle deine Konkurrent:innen diese Mühe auf sich nehmen, kannst du die Nachteile sogar in Vorteile umwandeln, weil sich deine Kund:innen in deinem Shop besser aufgehoben fühlen als bei deinen Mitbewerber:innen.


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