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Was ist E-Commerce? Einfach erklärt – fynax

23. Februar 2022

Auf der Couch oder im Bett, auf dem Schreibtisch oder in der Küche: Alle kennen es, fast alle tun es und die meisten lieben es: E-Commerce! Der Online-Handel boomte in den letzten Jahren und der E-Commerce verzeichnet ein bislang unaufhaltsames Wachstum. Neben Verkaufsschlagern wie Kleidung und Elektronik finden zunehmend auch Verbrauchsgüter wie Nahrung, Medikamente und Kosmetika den Weg über die virtuellen Ladentheken der Welt.

E-Commerce ist den meisten Menschen also längst wohlvertraut. Nicht nur die Generationen Y und Z, sondern auch die Boomer in ihren 50ern und 60ern shoppen mittlerweile gern online. Dabei stellt sich allerdings die Frage: Was ist E-Commerce eigentlich genau? Denn mit dem bloßen Shoppen ist nur ein E-Commerce-Bereich von vielen abgedeckt. Welche Strukturen stecken dahinter, was bedeutet es, E-Commerce zu betreiben, und welche Innovationen werden in Zukunft ganz neue Potenziale entfalten? Dieser Blog gibt dir Einblick in die E-Commerce-Grundlagen, bringt dir gängige E-Commerce-Fachbegriffe näher und zeigt dir einige der Vorteile auf, wenn du dein eigenes E-Commerce-Business an den Start bringst.

Die Definition von E-Commerce – Was ist das alles überhaupt?

Electronic Commerce umfasst alle Handelsaktivitäten, die auf elektronischem Wege stattfinden. Dazu gehören der (Ver-)Kauf von Waren und Dienstleistungen, aber auch die Zahlungsabwicklung via Online-Banking, die Koordination der Logistik sowie der Kund:innenservice per Chat, Telefon oder Mail. Kennzeichnend ist also, dass Transaktionen über das Internet angebahnt und durchgeführt werden. Geschäftspartner:innen treten über weite räumliche Distanzen auf einer Online-Plattform miteinander in Kontakt.

Lange wurde E-Commerce begrifflich scharf vom stationären Handel abgegrenzt. Diese Trennlinie zwischen den beiden Bereichen wird jedoch zunehmend unscharf, denn das sogenannte Multichannel-Marketing verbindet On- und Offline-Transaktionen wieder stärker miteinander.

Welche Vorteile bietet E-Commerce?

Sowohl Nutzer:innen wie auch Anbieter:innen profitieren in vielerlei Hinsicht von der Verlagerung des Handels auf E-Commerce-Plattformen. Auf Kund:innenseite haben vor allem Aspekte des Komforts und der Sicherheit im E-Commerce Bedeutung:

Erreichbarkeit: In dem alten Kalauer, ob das Internet heute noch aufhabe, steckt der gewichtigste Vorteil des Online-Shoppings: Sowohl B2C wie auch B2B sind Kund:innen nicht an Öffnungszeiten gebunden, sondern stöbern und informieren sich, wann immer es in den Tag – oder die Nacht – passt.

Sortiment: Online-Shops fahren häufig ein weit größeres Warenangebot als Vor-Ort-Geschäfte auf. Bei einem Besuch ausgerechnet das gewünschte Produkt oder die benötigte Größe nicht zu erhalten, ist damit unwahrscheinlicher als im Laden.

Entfernungen: Regionale Güter aus aller Welt sind nur einen Mausklick entfernt. Für internationale Spezialitäten oder Nischenprodukte in genau definierter Qualität müssen Verbraucher:innen keine Reisen auf sich nehmen.

Information: Dank detaillierter Beschreibungen in Text- oder Videoform sowie Rezensionen können sich Zielgruppen ein genaues Bild von Artikeln und Dienstleistungen machen, bevor sie eine Kaufentscheidung fällen.

Preisvergleich: Die von verschiedenen Wettbewerbern aufgerufenen Preise sind transparent aufgelistet und einfach vergleichbar – nicht zuletzt dank Preisvergleichsportalen, welche die Gesamtkosten inklusive Versand abbilden.

Bequemlichkeit: PCs und Mobile Devices holen die ganze Welt ins eigene Wohnzimmer. Um eine neue Jacke zu shoppen, den Wochenendeinkauf zu erledigen und ein Auto zu mieten, muss niemand mehr von der Couch aufstehen.

Die Vorteile von E-Commerce für Online-Händler:innen liegen klar in der Effizienz- und Umsatzsteigerung

Reichweite: E-Commerce ist nicht auf einen Kund:innenkreis innerhalb einer bestimmten Region, einer Stadt oder eines Kiezes begrenzt, sondern erreicht (potenziell) jeden Menschen auf der Welt.

Effizienz: Ausgefeilte Managementsysteme für Warenbestand, Geldfluss und Kund:innenstamm automatisieren eine Vielzahl an Prozessen entlang der Wertschöpfungskette. Das spart Zeit und Geld.

Kostenersparnis: Online-Anbieter:innen müssen keine Mieten für Ladengeschäfte zahlen, zudem entfallen die Kosten fürs Verkaufspersonal. Diese Ersparnisse ermöglichen günstigere Verkaufspreise, die wiederum attraktiver für Kund:innen sind.

Marktvielfalt: Es ist nicht nötig, eine komplette E-Commerce-Präsenz selbst aus dem Boden zu stampfen. Etablierte Marktplätze wie auf eBay oder Amazon verschaffen großen wie auch kleinen Anbieter:innen Zugang zu Millionen potenzieller Kund:innen. Dabei profitieren sie vom Trust der Plattformen bei den Zielgruppen sowie von fertigen Strukturen.

Werbung: Ob durch aufwendiges Content-Marketing mitsamt Blog und Newsletter, durch SEA oder gewitzte Social-Media-Posts: Im E-Commerce stehen Betreiber:innen unzählige Möglichkeiten offen, auf sich aufmerksam zu machen und Interessent:innen nahtlos in eine Customer-Journey zu führen.

Analyse: Trackingtools sammeln Informationen über Zielgruppen und helfen dabei, aufschlussreiche Kund:innenprofile zu erstellen. So sind Werbekampagnen und -kanäle deutlich präziser planbar.

Was macht man im E-Commerce?

Die Tätigkeitsfelder im E-Commerce sind enorm breit gestreut. Entlang der Wertschöpfungskette beispielsweise eines Online-Shops verschränken sich viele unterschiedliche Aufgaben miteinander. Deshalb findet ein permanentes Zusammenspiel zahlreicher Berufsbilder, Expertisen und Technologien statt. Zu den Kernbereichen gehören grundsätzlich: IT (User Experience, Shopsystem, Warenwirtschaftssystem), Einkauf (B2B-Bestands- und Neukund:innenbetreuung, Pricing), Online-Marketing (Affiliate-, E-Mail- und Social-Media-Marketing, SEM, SEO, SEA, Display Advertising), Abwicklung (Logistik und Fulfillment) oder auch Service (Kund:innenbetreuung, E-Mail-, Chat- und Telefonservice).

In einem Kleinstunternehmen deckt mitunter eine einzelne Person die gesamte Bandbreite dieser Aufgabenbereiche ab. Bei Klein und Mittelständischen Unternehmen und Konzernen herrscht jedoch für gewöhnlich eine feinverzweigte Aufgabenteilung vor, die eine Reihe von E-Commerce-Manager:innen betreut.

Der E-Commerce entwickelt sich rasant immer weiter. Das liegt zum einen natürlich am Fortschritt der digitalen Technologien. Der treibende Faktor dahinter ist jedoch immer das Kund:innenerlebnis. Darum ist es wichtig, die Vorlieben und das Verhalten der Zielgruppen zu kennen. Der E-Commerce ist dank seiner Tracking-Möglichkeiten noch stärker kund:innenzentriert als traditionelle Ladengeschäfte.

Das bedeutet auch, dass nicht mehr unbedingt die Güte eines angebotenen Produktes über einen Kauf oder Nichtkauf entscheidet, sondern die Art und Weise, wie das Produkt angeboten wird. Schafft ein Shop ein smoothes Einkaufserlebnis mit transparenten Informationen, multimedialen Highlights und einem komfortablem Check-out, identifizieren sich Zielgruppen mit einem E-Commerce-Angebot und folgen bereitwilliger in den Sales-Funnel. Das trägt enorm zur nachhaltigen Kund:innenbindung bei. Nicht was du verkaufst, sondern wie du es verkaufst, ist entscheidend.

Virtual und Augmented Reality

Augmented- und Virtual-Reality-Anwendungen sind nicht nur in der Lage, ein Mehr an Informationen für Kund:innen zur Verfügung zu stellen, sondern diese auch ansprechend, leicht nachvollziehbar und spannend aufzubereiten. So ermöglichen es Möbelhäuser wie Ikea und Otto, via Smartphone und AR-App Einrichtungsgegenstände virtuell in der Wohnung zu platzieren, um sich einen Eindruck von deren Wirkung in den eigenen Räumlichkeiten zu verschaffen. Bei Mister Spex können Online-Shopper:innen Brillengestelle virtuell anprobieren. Einige Händler:innen bereiten auch vollständige 3D-Umgebungen zum Shoppen auf, in denen Kund:innen durch VR-Headsets interagieren.

All diese virtuellen Erweiterungen dienen dazu, typische Nachteile des E-Commerce gegenüber dem stationären Handel auszugleichen – allen voran die unmittelbare Erlebbarkeit von Produkten. AR und VR erlauben es, Waren in die Hand zu nehmen, zu wenden und zu platzieren, was bislang allein den Geschäften vor Ort vorbehalten blieb.

Multichannel-Marketing

AR- und VR-Anwendungen gleichen mittlerweile bestimmte Nachteile in der Erlebniswelt des E-Commerce gegenüber dem stationären Handel aus. Doch ist es keineswegs notwendig oder gar zielführend, sämtliche Prozesse zu digitalisieren. In einigen Fällen erweist es sich als gewinnbringend, das Beste aus beiden Welten miteinander zu kombinieren. So ergänzen stationäre Showrooms mitunter Online-Shops, damit Kaufinteressent:innen Produkte testen können – zum Beispiel schwer erklärbare Waren wie Möbel oder Parfums. Zugleich können auch die Retail-Stores die Kauferfahrung um Virtual- und Augmented-Reality-Erlebnisse anreichern. Dazu gehören etwa via QR-Code am Produkt abrufbare Demo- oder Promo-Videos.

Internet der Dinge (IoT)

Im IoT, dem Internet of Things, interagieren keine menschlichen Nutzer:innen mit den Online-Welten, sondern Smart Devices, etwa Uhren, Handys und Fitnessbänder. Sie senden eigenständig Informationen ins Internet, wodurch sie dazu beitragen, dass eine Vielzahl an Prozessen automatisiert ablaufen kann. Vor allem im B2C-Commerce kreiert das einen nahtloseren Übergang zwischen Online- und Offline-Welt. Betreten Kund:innen beispielsweise ein Ladengeschäft, kommunizieren die Warenregale mit den Smart Devices der Kund:innen, lesen aus gesammelten Daten bestimmte Präferenzen ab und machen dann etwa auf Rabatte aufmerksam oder leiten zu häufig gekauften Waren im Geschäft weiter. Das bedeutet maßgeschneiderte Werbung und eine höchstmögliche Personalisierung der Shopping-Erlebnisse.

Doch auch auf Händler:innenseite leisten IoT-Anwendungen Abhilfe. So registrieren es intelligente Warenregale, wenn die Bestände bestimmter Güter zur Neige gehen, und leiten automatisch Nachbestellungen ein.

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