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Affiliate-Marketing für Anfänger:innen: Wie fängst du an? Einfach erklärt

28. Juni 2022

Wie viele Dinge das Internet in welch unglaublichem Maße vereinfacht hat, können nur diejenigen, die in der Zeit „vor dem Internet“ aufgewachsen sind, wirklich nachvollziehen. Sprechzeiten von Praxen in der Stadt oder Daten für Schulreferate mussten wir uns einst vor Ort und in Bibliotheken zusammensammeln.

Wer jedoch heute auf der Suche nach Informationen jedweder Art ist, findet im Internet übersichtliche Datensammlungen und unzählige gut recherchierte Beiträge, die genau die Fragen beantworten, die man sich gerade stellt. Aber wie können Websites, die einfach „nur“ Informationen bereitstellen, eigentlich Geld verdienen? Zum Beispiel durch eine Kooperation mit dir. Das ist das sogenannte Affiliate-Marketing.

Affiliate-Marketing ist eine beliebte Monetarisierungsstrategie für Websites, die zwar eine hohe Reichweite, aber kein eigenes Produktportfolio für Verkäufe haben.

In diesem Beitrag erfährst du alles über die Affiliate-Marketing-Grundlagen und lernst, wie Affiliate-Marketing für Anfänger funktionieren kann. Bereit durchzustarten?

Was ist das grundsätzliche Konzept des Affiliate-Marketings?

Digitale Magazine, Informationsseiten und vergleichbare Projekte generieren jede Menge Reichweite, von der du als Shopbetreiber:in profitieren kannst. Voraussetzung dafür ist, dass du ein Affiliate-Programm (auch: Partnerprogramm) startest und somit den Websitebetreiber:innen die Möglichkeit einräumst, an den Umsätzen beteiligt zu werden.

Beim Affiliate-Marketing gibt es also immer zwei Akteure:

  1. Publisher (auch: Affiliates, reichweitenstarke Websites)
  2. Advertiser (auch: Merchants, Onlinehändler:innen und Dienstleistungsanbieter:innen)

Die Publisher sind Inhaber:innen von reichweitenstarken Medien. Das können Websites, Social-Media-Kanäle oder auch Newsletter-Listen sein. Advertiser, das sind E-Commerce-Händler:innen wie du. Sie bieten Produkte oder Dienstleistungen im Internet an.

Publisher binden im Rahmen des Affiliate-Marketings Werbemittel von Advertisern (also Onlinehändler:innen) ein. Das kann auf viele verschiedene Weisen geschehen: als klassische Bannerwerbung oder als Verlinkung in einem redaktionellen Beitrag. Entscheidend ist, dass diese Werbemittel bei einem Klick darauf zu den Produktseiten der Onlinehändler:innen weiterleiten.

Wenn nun Besucher:innen auf einen solchen Affiliate-Link klicken, wird dies getrackt: Es lässt sich eindeutig zuordnen, von welchem Publisher aus eine Person auf die Website eines Advertisers gelangt ist. Davon profitieren beide Seiten:

Publisher erhalten dafür, dass sie Affiliate-Links von Händler:innen auf ihren reichweitenstarken Websites platzieren, Vergütungen von den Händler:innen. Die Onlinehändler:innen erhalten mehr Kundschaft, die von verschiedensten Websites aus zu ihnen findet.

Je nach Vereinbarung zwischen Publisher und Advertiser wird eine Provision für unterschiedliche Aktivitäten bezahlt. Üblich sind folgende Abrechnungssysteme:

  • Pay-per-Click: Jeder Klick auf einen Affiliate-Link wird vergütet
  • Pay-per-Lead: Nur eine bestimmte Aktion oder ein Lead (z. B. die Eintragung in ein Newsletter-Formular) wird vergütet
  • Pay-per-Sale: Damit der Publisher eine Provision erhält, müssen Besucher:innen nicht einfach nur einem Link folgen, sondern etwas im verlinkten Shop kaufen. Häufig wird die Höhe der Vergütung prozentual in Relation zum Warenkorbwert festgelegt.

Hier kommt es natürlich zu einem kleinen Interessenkonflikt zwischen Publishern und Advertisern. Publisher möchten planbare Einnahmen haben, Advertiser hingegen möchten idealerweise nur im Erfolgsfall eine Provision zahlen. Wie sich hier beide Seiten auf ein für alle einträgliches Modell einigen können, hängt zum Beispiel davon ab, wie groß jeweils der Publisher oder wie bekannt der Shop sind.

Affiliate-Netzwerk versus eigenes Programm: Was ist sinnvoller?

Die technische Umsetzung des Affiliate-Marketings ist eine der größten Herausforderungen. Manche große Shops haben sich dazu entschieden, ein eigenes Partnerprogramm aufzusetzen. Das bekannteste Partnerprogramm im E-Commerce ist mit Sicherheit jenes von Amazon.

Für kleinere Shopbetreiber:innen bietet sich aber eher die Zusammenarbeit mit einem Affiliate-Netzwerk an. Auf diese Weise ist jedenfalls sichergestellt, dass das Tracking funktioniert. Außerdem werden Affiliate-Programme auf derartigen Plattformen reichweitenstark ausgeschrieben, sodass die Chance größer ist, dass interessante Publisher auf deinen Shop aufmerksam werden.

Affiliate-Netzwerke verlangen in der Regel eine Setup-Gebühr im drei- bis vierstelligen Bereich, um das technische Grundgerüst aufzusetzen. Das ist für dich aber immer noch deutlich günstiger als die Entwicklung eines eigenen Partnerprogramms. Zudem bieten die Netzwerke ihren Advertisern Beratung und Service. Für Anfänger im Affiliate-Marketing ist dieser Weg also zu empfehlen.

Geeignete Publisher für Onlineshops: Wer macht Werbung für dich?

Damit du einen kleinen Eindruck davon bekommst, wer künftig als Publisher deine Produkte bewerben könnte, findest du hier eine Liste mit typischen Arten von Publishern, die Affiliate-Marketing im E-Commerce nutzen, um sich zu refinanzieren:

  • Content-Seiten: Das können zum Beispiel Magazine aus deiner Branche sein. In den letzten Jahren sind zudem viele Vergleichsseiten großgeworden, die Produkte verschiedener Hersteller anhand unterschiedlicher Kriterien vergleichen und Affiliate-Links nutzen, um diese Recherchearbeit zu monetarisieren.
  • Coupon- und Dealseiten: Hierbei handelt es sich um Plattformen, die über aktuelle Rabatte informieren. Hast du gerade einen spannenden Deal laufen, wirst du über solche Seiten viel Aufmerksamkeit erregen.
  • Cashback-Portale: Nutzer:innen kaufen über Cashback-Portale bei dir ein, die Portale führen einen Teil der Affiliate-Provision an die Kund:innen zurück.
  • Newsletter: Manche Publisher haben gar keine eigene Website, sondern führen eine Newsletter-Liste mit vielen aktiven Mailadressen, die von Zeit zu Zeit Werbung zugeschickt bekommen. Oftmals ist der Newsletter aber nur eine Ergänzung zu einem anderen Format – z. B. von Dealseiten, die auf attraktive Rabatte aufmerksam machen.
  • Social Media: Neben großen Influencer:innen nutzen auch viele andere Publisher Social Media gern als Ergänzung, um noch mehr Reichweite zu generieren und damit Affiliate-Provisionen zu verdienen.
  • Sonderformate: Es gibt Affiliates, die auf bezahlte Werbung spezialisiert sind – z. B. über Google Shopping oder Displaywerbung. Ob hier noch Luft für eine Marge ist, hängt vor allen Dingen von der Höhe deiner Provision ab.

Als Advertiser:in hast du übrigens die Auswahl deiner Publisher selbst in der Hand. Beim Aufsetzen eines Programms steht es dir frei, bestimmte Arten von Publishern auszuschließen, wenn dir ihr Geschäftsmodell nicht gefällt.

Neben ganzen Gruppen von Publishern kannst du auch einzelne Seiten herauspicken und sperren, die dir aus verschiedenen Gründen nicht zusagen. Auch bestimmte Techniken kannst du untersagen, wie etwa das Brand-Bidding – also das Bieten auf deinen Markennamen bei Google Ads.

Schritt für Schritt ins Affiliate-Marketing: Wie fange ich an?

Wenn du erwogen hast, ob dir Affiliate-Marketing dabei helfen kann, mehr Umsätze zu generieren, kannst du dich Schritt für Schritt an den Launch deines Partnerprogramms herantasten.

Schritt 1: Provisionen kalkulieren

Du kennst deine Margen und weißt, wie hoch dein Werbekostenanteil ist? Dann kannst du auf dieser Basis die Provision kalkulieren, die du an deine Publisher ausschütten solltest. Je attraktiver deine Provision ist, desto mehr Publisher werden sich für eine Teilnahme an deinem Partnerprogramm interessieren.

Tipp: Wenn du nur eine Pay-per-Sale-Vergütung festlegen willst, ist das okay. Aber wenn du deine Conversion-Rate gut einschätzen kannst und weißt, wie hoch der durchschnittliche Warenkorbwert ist, kannst du auch durchaus einen realistischen Klickpreis ermitteln.

Schritt 2: Technische Grundlagen schaffen

Für die meisten Affiliate-Marketing-Anfänger:innen ist in diesem Schritt die Zusammenarbeit mit einem Affiliate-Netzwerk die beste Wahl . Es muss sichergestellt sein, dass das Tracking der Kund:innen ordnungsgemäß funktioniert. Hierbei wird dich das Affiliate-Netzwerk bestens unterstützen und dir Beratung bieten.

Schritt 3: Bedingungen festlegen

Dein Affiliate-Programm steht kurz vor dem Start. Jetzt geht es darum, einen Katalog an Bedingungen festzulegen, die deine Publisher erfüllen müssen. Du möchtest zum Beispiel nicht, dass Preissuchmaschinen an deinem Partnerprogramm teilnehmen? Dann schaffe direkt zum Start klare Verhältnisse, damit es keine Beschwerden gibt, wenn du im laufenden Betrieb deine Regeln änderst.

Schritt 4: Dein Partnerprogramm starten & pflegen

Nach dem Launch werden vermutlich einige Publisher direkt auf dein Affiliate-Programm aufmerksam. Doch dich nur zurücklehnen und darauf warten, dass dein Affiliate-Marketing ins Rollen kommt, solltest du nicht. Stattdessen empfiehlt es sich, deine Beziehungen zu Publishern zu pflegen und auch auf potenzielle Publisher aktiv zuzugehen, wenn du eine interessante Seite findest, die perfekt zu deinem Shop passen würde.

Fazit: Affiliate-Marketing ist auch für Anfänger:innen umsetzbar

Affiliate-Marketing kann auch für Anfänger:innen schnell zum Erfolg werden. Die Reichweite der Publisher kann in deinem Shop zu deutlich gesteigerten Verkaufszahlen führen.

Abgesehen von der Setup-Gebühr, die Affiliate-Netzwerke einmalig zum Aufsetzen des Partnerprogramms verlangen, hält sich das finanzielle Risiko in Grenzen. Besonders dann, wenn du nur für Sales eine Provision zahlst. Wichtig ist natürlich, dass du die Höhe der Provision gut kalkulierst.

Einen Knackpunkt gibt es aber auch: Werden keine Publisher auf dich aufmerksam, kann dein Affiliate-Marketing-Projekt schnell zum Rohrkrepierer werden und keine Umsätze einspielen. Gründe hierfür können ein unattraktives Produktangebot (zu teuer, zu wenig Auswahl …) oder eine zu geringe Provision sein.

Besonders die Tatsache, dass jedes E-Commerce-Partnerprogramm zwangsläufig mit Amazon konkurriert, setzt kleine Händler:innen unter Druck, ein interessanteres Gesamtpaket zu schnüren.

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